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Baden-Württemberg : Kretschmann weiß, was er an der CDU hat

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Innenminister Thomas Strobl (CDU) Bild: dpa

Aus Sicht der Landespolitik spricht fast alles für die Fortsetzung der grün-schwarzen Koalition. So ahnungslos wie Teile der grünen Basis, die die Ampel zum „linken Projekt“ stilisierten, ist Kretschmann nicht.

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          Die Vorzüge einer Zweitauflage der grün-schwarzen Koalition in Baden-Württemberg drängten sich den grünen Wahlsiegern kurz nach der Wahl auf. Aus landespolitischer Perspektive sprach fast alles dafür: Zweierbündnisse sind einfacher zu managen als Dreierbündnisse. Die Kompromissfähigkeit der CDU ist größer als die der FDP. Und Grüne und CDU sind sich inhaltlich näher als FDP und Grüne, zumindest wenn man das Programm der Ökopartei so interpretiert wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

          Hinzu kam, dass eine Ampel-Koalition gerade beim Thema Klimaschutz ständig viele Landräte und Bürgermeister der CDU gegen sich gehabt hätte. Vor der Macht der schwarzen Landräte haben die kommunal schwach verankerten Grünen einen Riesenrespekt. Aktuell spricht außerdem die kritische Haltung der FDP zur herrschenden Pandemie-Politik gegen ihre Regierungsbeteiligung.

          So ahnungslos wie Teile der grünen Basis, die eine grün geführte Ampel zum „linken Projekt“ stilisierten, ist Kretschmann nicht. Die Klammer zwischen Grünen und CDU in einem „bürgerlich-ökologischen“ Bündnis soll nun der Klimaschutz sein.

          Die CDU stimmte aus Angst vor der Opposition einem fast rein grünen Sondierungspapier zu. Die Profilierungschancen der Partei hängen in den nächsten fünf Jahren nicht von der Solarpflicht für Häuslebauer ab, sondern davon, ob sie endlich jüngeres und überzeugenderes Personal präsentieren kann.

          Rüdiger Soldt
          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

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