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Kretschmanns Koalition : Fast ein grüner König ohne Land

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) im März Bild: dpa

Die Entscheidung über Koalitionsgespräche mit der CDU wird für Winfried Kretschmann zur Zitterpartie. Viele Grüne murren über das Nein zur Ampeloption.

          3 Min.

          In Berlin rütteln Annalena Baerbock und Robert Habeck am Zaun des Kanzleramts, in Stuttgart hätte der grüne Landesvorstand den einzigen Ministerpräsidenten und beliebtesten Politiker der Partei am Donnerstagmorgen fast auf das politische Altenteil getrieben. Kretschmann war nach Sondierungsgesprächen mit CDU, SPD und FDP in elfstündigen Beratungen zu der Auffassung gelangt, statt mit einer grün geführten Ampelkoalition die nächsten fünf Jahre doch wieder mit der CDU regieren zu wollen. Am Donnerstagmorgen wurden per Videokonferenz der geschäftsführende Landesvorstand und der Parteirat mit 17 Mitgliedern zusammengeschaltet.

          Rüdiger Soldt
          (rso.), Politik

          Es soll eine heftige Diskussion gegeben haben. Die Landesvorsitzenden Sandra Detzer und Oliver Hildenbrand sowie der Fraktionsvorsitzende Andreas Schwarz warben für Grün-Schwarz. Viele jüngere Parteiratsmitglieder, Befürworter einer Ampelkoalition, meldeten sich zu Wort. An der grünen Basis herrschte während des Wahlkampfes großer Verdruss über die CDU, der von manchem Funktionär und auch von einigen Regierungsmitgliedern befeuert worden war. Die Diskussion in der Videoschalte, für die wenig Zeit angesetzt worden war, lief aus dem Ruder, die Entscheidung musste vertagt werden.

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