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Kretschmann im Interview : „Der Staat kann in einer solchen Situation nur paternalistisch sein“

Aufnahme läuft: Kretschmann nimmt einen Podcast für Kinder auf, in dem er das Vorgehen in der Corona-Krise erklärt. Bild: Rüdiger Soldt

Die Krise überstehen, aber die nächste Wahl verlieren? Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann verteidigt die Kanzlerin sowie zaghafte Lockerungen – und kritisiert seine eigene Partei.

          5 Min.

          Herr Ministerpräsident, Sie haben mehrfach vor einer voreiligen Lockerung der Seuchenschutzmaßnahmen gewarnt, konnten sich aber gegen die Mehrzahl der Ministerpräsidenten nicht durchsetzen. Sind Sie politisch isoliert?

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Solche Krisen bringen es mit sich, dass man mitunter das Richtige tut, sich dabei aber nicht im Mainstream befindet. Mit der Bundeskanzlerin habe ich die naturwissenschaftliche Ausbildung gemein. Deshalb ist für mich in dieser Krise der wissenschaftliche Rat handlungsleitend. Dazu kommt Intuition und ein Gespür für die Dimension der Bedrohung. Das Ergebnis: meine große Vorsicht. Es kam noch hinzu, dass wir in Baden-Württemberg, ähnlich wie in Bayern, eine gravierende Infektionslage hatten. Und dass wir im Elsass, einer wichtigen Nachbarregion, fürchterliche Zustände mit ansehen mussten. Ich habe also unmittelbar vor unserer Haustür gesehen, was passiert, wenn eine Pandemie aus dem Ruder läuft. Außerdem wissen wir über das Virus immer noch viel zu wenig, auch das sollte uns zur Vorsicht mahnen.

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