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Ost- und Westdeutschland : Vereint und doch geteilt

Früher Todesstreifen, heute grünes Band: die ehemals innerdeutsche Grenze zwischen Thüringen und Hessen Bild: epd

Weniger Gehalt, weniger Rente – viele Ostdeutsche fühlen sich als Bürger zweiter Klasse. Ökonomen warnen: Die wahren Probleme liegen woanders.

          5 Min.

          Es war eine denkwürdige Umfrage, die das Deutsche Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung da Anfang April veröffentlichte. Mehr als 7000 Menschen in ganz Deutschland hatte das Institut zu ihren gesellschaftlichen Chancen befragt. Das Ergebnis: Mehr als ein Drittel der Ostdeutschen fühlen sich als Bürger zweiter Klasse, als ähnlich schlecht behandelt wie Muslime. Die Befragten in Westdeutschland sahen das überhaupt nicht so und warfen den Ostdeutschen im Gegenzug vor, sich in der Opferrolle zu gefallen, nicht in Deutschland angekommen zu sein. Das ernüchternde Fazit der Studie: Bald 30 Jahre nach dem Mauerfall mag Deutschland politisch geeint sein. Wirtschaftlich und kulturell ist es ein geteiltes Land.

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          In einem anderen Jahr wäre die Studie wahrscheinlich schnell wieder in Vergessenheit geraten, nicht aber in diesem Jahr, in dem in drei ostdeutschen Bundesländern gewählt wird. In vier Wochen, am 1. September, sind Brandenburg und Sachsen dran, am 27. Oktober folgt Thüringen. Nach den aktuellen Umfragen müssen sich CDU und SPD auf ein Debakel einstellen. In Sachsen, wo die Christdemokraten viele Jahre mit absoluter Mehrheit durchregieren konnten, liegen sie nun gleichauf mit der AfD bei 26 Prozent. In Brandenburg könnte die SPD zum ersten Mal seit der Wiedervereinigung das Amt des Ministerpräsidenten verlieren – womöglich auch hier an die AfD. Allein in Thüringen mischt die Protestpartei noch nicht in der Spitzengruppe mit. Dort ringen CDU und Linke darum, die stärkste Kraft zu werden.

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