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Jugendrichter über Cannabis : „Unsere Opas haben sich das in die Pfeife gestopft“

Ernte von medizinischem Cannabis in Sachsen: Hanf, sagt Jugendrichter Müller, stand jahrhundertelang auf unseren Feldern: „Unsere Opas haben sich das in die Pfeife gestopft.“ Das sei ganz normal gewesen. Bild: dpa

Andreas Müller galt mal als der härteste Jugendrichter Deutschlands. Jetzt kämpft er für die Legalisierung einer Droge. Ein Gespräch über Dealer, Politiker und die Kriminalisierung der Jugend.

          5 Min.

          Herr Müller, warum kämpfen Sie für die Legalisierung von Cannabis?

          Philip Eppelsheim
          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Nachrichten und Politik Online.

          Weil es keine vernünftigen Argumente dagegen gibt.

          Na ja, es gilt zum Beispiel als Einstiegsdroge.

          Das Bundesverfassungsgericht hat bereits 1994 festgestellt, dass Cannabis keine Einstiegsdroge ist. Weltweit vertritt das kein Wissenschaftler. Schon jeder Fünftklässler kann feststellen, dass von den Millionen Konsumenten im letzten halben Jahrhundert nur relativ wenige später auf Heroin gegangen sind. Und die haben zuvor auch andere Drogen wie Alkohol oder Nikotin genommen.

          Warum hält sich dann dieser Glaube?

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