https://www.faz.net/-gpf-9ajow

Wiedervereinigung : Kohl stufte Aussage über „blühende Landschaften“ als Fehler ein

  • Aktualisiert am

Gewann auch mit dem Versprechen der „blühenden Landschaften“ die erste gesamtdeutsche Bundestagswahl 1990: Helmut Kohl, hier am 5. September 1990 in Heiligenstadt in Thüringen Bild: dpa

Im Osten Deutschlands werde es schon bald „blühende Landschaften“ geben – das versprach Helmut Kohl im Wahlkampf vor der Wiedervereinigung. Nach seiner Amtszeit hat er dann offenbar zugegeben, die Lage bewusst schöngefärbt zu haben.

          Der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl hat nach dem Ende seiner Amtszeit laut einem Bericht der Zeitschrift „Spiegel“ intern zugegeben, die miserable Lage der DDR-Wirtschaft einst schöngefärbt zu haben. Sein Wahlkampfversprechen „blühender Landschaften“ im Osten sei ein „Fehler“ gewesen, vertraute Kohl demnach Beratern an. Mehr noch: Kohl soll intern zugegeben haben, die Ostdeutschen bewusst in die Irre geführt zu haben.

          Das Nachrichtenmagazin beruft sich auf das Protokoll eines Gesprächs zwischen Kohl und Beratern 1999. In dem Gespräch ging es demnach um das berühmt gewordene Wahlkampfversprechen Kohls aus dem Juli 1990. Damals hatte Kohl gesagt: „Durch eine gemeinsame Anstrengung wird es uns gelingen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Sachsen und Thüringen schon bald wieder in blühende Landschaften zu verwandeln, in denen es sich zu leben und zu arbeiten lohnt.“ Ein Jahr später wiederholte Kohl dieses Versprechen und sagte, es sei „mehr denn je davon überzeugt, dass wir in den nächsten drei bis vier Jahren in den neuen Bundesländern blühende Landschaften gestalten werden“.

          In dem Gespräch, über das der „Spiegel“ jetzt berichtet, sagte Kohl demnach rückblickend, er habe „natürlich“ gewusst, dass die DDR-Wirtschaft „marode“ sei. Man habe absichtlich „die Negativzahlen nicht hochgespielt“, zitiert die Zeitschrift Kohl. Er habe das Selbstwertgefühl der Ostdeutschen nicht schädigen wollen.

          Weitere Themen

          Trump droht Iran

          Bei Twitter : Trump droht Iran

          „Wenn der Iran kämpfen will, wird dies das offizielle Ende des Iran sein“, schrieb Trump am Sonntag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Der Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden hatte sich zuvor kämpferisch gegeben.

          Großer Protest gegen Nationalismus Video-Seite öffnen

          Europa vor den Wahlen : Großer Protest gegen Nationalismus

          Eine Woche vor der Europawahl sind tausende Menschen in mehreren Städten in Deutschland auf die Straße gegangen, um ein Zeichen gegen Nationalismus zu setzen. Europaweit waren Demonstrationen in rund 50 Städten geplant.

          Norbert Hofer wird neuer FPÖ-Chef

          Nach Strache-Rücktritt : Norbert Hofer wird neuer FPÖ-Chef

          Wie erwartet soll Österreichs Verkehrsminister Norbert Hofer Heinz-Christian Strache als Chef der FPÖ ablösen. Er pflegt das Image des „Sorgen-Onkels“ und gilt als „Mann des Volkes“. Johann Gudenus zieht indes Konsequenzen aus der Videoaffäre.

          Zehntausende demonstrieren für Europa Video-Seite öffnen

          Gegen Nationalismus : Zehntausende demonstrieren für Europa

          Sie sind für Europa und gegen Nationalismus – das zeigten zehntausende in vielen Städten Deutschlands. Auch das Scheitern der rechtspopulistischen Koalition in Österreich war auf den Demonstrationen ein Thema.

          Topmeldungen

          Ihr Europawahlkampf für die SPD gestaltet sich schwer: Katarina Barley

          Barleys zäher Wahlkampf : Im Netz unten durch, sonst kaum beachtet

          Die SPD hat für die Europawahl eine sympathische Kandidatin aufgestellt. In den Umfragen hilft das aber nicht. Warum hat es Katarina Barley trotz ihrer sympathischen und kompetenten Art so schwer?

          Kurz’ Zögern : Gefangen in der Ibiza-Falle

          Lange wartete Österreichs Kanzler, bis er sich zum Video von FPÖ-Chef Strache äußerte. Dabei war ihm schnell klar, dass sein Vize nicht zu halten ist. Dessen Parteifreund Gudenus soll derweil weiter Kontakt zu der vermeintlichen Oligarchennichte gehalten haben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.