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Nach dem Parteitag der FDP : Vorwärts in die Vergangenheit

Trotz schlechter Umfragen unangefochten: Christian Lindner Bild: dpa

Der Parteivorsitzende der FDP ist aktuell unangefochten. Dabei ist die Partei in Umfragewerten an die Fünfprozentgrenze gesunken. Ob Nostalgie und alte Konzepte da weiterhelfen?

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          Die FDP beschwört gleich vier Krisen herauf, vor deren Kulisse sie stark und handlungsfähig aussehen will: Gesundheitskrise, Wirtschaftskrise, Jobkrise und Bildungskrise, – so zählt es der Leitantrag auf, den die Freien Demokraten auf ihrem Berliner Parteitag beschlossen haben. Er demonstriert, dass sich die Partei Kompetenzen zurückwünscht, die einst ihr Image prägten. An der Stirnwand des Saales hing eine Illustration, die dem alten Fünfzigpfennigstück entliehen war: das kniende Mädchen, das einen Eichensetzling in der Hand hält. In der FDP-Version trug es zwar T-Shirt und Turnschuhe, eine Computeruhr statt des Kopftuches, doch die ausgesandte Botschaft war trotzdem klar: Vorwärts in die Vergangenheit.

          Auch die wichtigste Personalie, über die der Parteitag zu befinden hatte, passte in dieses Bild: Volker Wissing, der neue Generalsekretär, sei seiner Wirtschafts- und Finanzkompetenz wegen in das Amt berufen worden, erläuterte der FDP-Vorsitzende Christian Lindner. Wissing, der am Rednerpult korrekt im dunklen Anzug mit Schlips erschien, wirkte neben dem im offenen Hemd auf der Bühne herumspazierenden Lindner selbst wie ein Gruß aus der D-Mark- Zeit. Und die Kandidaten für die Kette an Nachbesetzungen in der Parteiführung, die wegen Wissings Aufstieg zum Generalsekretär nötig wurden, empfahlen sich gleichfalls mit ihrer finanz- und wirtschaftspolitischen Kompetenz: Das galt für die neue Präsidiums-Beisitzerin Bettina Stark-Watzinger genauso wie für Florian Toncar, der auf ihren Vorstandsplatz rückte. Und der neue Generalsekretär gab in seiner Vorstellungsrede selbst Auskunft über die neue Richtung, als er von „Rückbesinnung“ sprach.

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