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Wie weiter in der Pandemie? : Was für Schnelltests spricht

Positiv ist nicht immer gut: Ein Corona-Schnelltest hat angeschlagen. Bild: dpa

Über Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen werden viele Worte verloren – zu viele. Mit allgemein verfügbaren Schnelltests ließe sich so viel mehr erreichen.

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          Vor einigen Tagen konnte es der Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidenten mit einer neuerlichen Corona-Beratungsrunde nicht schnell genug gehen. Tatsächlich spiegelte die Zahl der Neuinfektionen ein Pandemiegeschehen, das sich über Silvester wieder beschleunigt hatte. Hinzu kam in manchen Regionen eine Übersterblichkeit, die zu ignorieren Zynismus gewesen wäre. Nun aber hat es den Anschein, als habe sich das Infektionsgeschehen auf hohem Niveau stabilisiert. Die Zahl der Todesfälle könnte einstweilen sogar ihren Zenit überschritten haben.

          Kein Wunder also, dass die Ministerpräsidenten schon vor der Zusammenkunft mit der Kanzlerin widersprüchliche Signale senden. Anschließend dürfte es aller Erfahrung nach nicht anders sein. Doch auch in Berlin scheint man sich nicht im Klaren zu sein, welche Zügel noch angezogen werden können, ohne dass die Akzeptanz der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen nicht noch schneller sänke und das Gegenteil dessen einträte, was ein noch härterer „Lockdown“ bezwecken sollte.

          Weil aber längst noch nicht ausgemacht ist, ob die Impfungen der Ausbreitung des Virus und seiner Mutanten wirklich Einhalt gebieten, sollte die Politik endlich den zweiten Trumpf ausspielen, den sie dank des wissenschaftlichen und technischen Fortschrittes in der Hand hat: die Möglichkeit für jedermann, sich einem Corona-Schnelltest zu unterziehen, und das von eigener Hand.

          Die dauerhafte Allgemeinverfügbarkeit dieser Tests würde nicht alle Beschränkungen überflüssig machen. Aber weil viel mehr Infizierte erkannt würden, ehe sie das Virus weiterverbreiten könnten, würde sich das Infektionsgeschehen schneller verlangsamen als selbst von Optimisten erwartet. Nicht zu unterschätzen ist auch die doppelte psychologische Dimension dieser Möglichkeit: Sie wäre nicht nur eine Ermächtigung der Bürger, selbst dazu beizutragen, die Pandemie in den Griff zu bekommen. Schnelltests ermöglichten es auch, langsam, aber sicher die schmerzlich vermisste Unbefangenheit im privaten wie im beruflichen Umgang miteinander wiederzugewinnen.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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