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Nach lokalen Virus-Ausbrüchen : Wo welche Urlauber willkommen sind

Strandabschnitt bei Zingst: Wegen des Corona-Ausbruchs im Kreis Gütersloh hat Mecklenburg-Vorpommern ein Beherbergungsverbot für Reisende aus Kreisen mit erhöhtem Infektionsgeschehen erlassen. Bild: dpa

Beherbergungsverbot, Quarantänepflicht, Bitte um Urlaubsverschiebung: Zu Beginn der Sommerferien reagieren einzelne Bundesländer auf regionale Corona-Hotspots. Auch Österreich verfolgt das Infektionsgeschehen aufmerksam. Ein Überblick.

  • Aktualisiert am
          5 Min.

          Nach mehreren lokalen Coronavirus-Ausbrüchen haben erste Bundesländer Beschränkungen für Reisende aus Risiko-Gebieten erlassen. Im Fokus steht dabei vor allem das Infektionsgeschehen rund um einen Schlachtbetrieb der Firma Tönnies in Nordrhein-Westfalen, wo zuletzt mehr als 1500 Menschen positiv auf das Virus getestet worden sind. Für die davon betroffenen Kreise Gütersloh und Warendorf wurde deshalb zunächst bis zum 30. Juni ein Lockdown verhängt.

          Reisende aus diesen Kreisen sind damit – unmittelbar vor Beginn der Sommerferien in Nordrhein-Westfalen – nicht mehr überall willkommen. Für Besucher aus einem Stadt- oder Landkreis mit erhöhtem Infektionsgeschehen gilt in Baden-Württemberg ein Beherbergungsverbot in Hotels, Gasthöfen, Pensionen, Ferienwohnungen und auf Campingplätzen sowie Wohnmobilstellplätzen, wenn die Zahl der Neuinfektionen in dem Heimatkreis der Reisenden in den vergangenen sieben Tagen vor der Anreise pro 100.000 Einwohner höher als 50 war. Ausnahmen gelten für Personen, die mit einem ärztlichem Attest belegen können, nicht infiziert zu sein. Ebenso sollen Ausnahmen möglich sein, wenn der Infektionsausbruch in einem Landkreis räumlich klar eingegrenzt werden kann.

          Beherbergungsbetriebe in Bayern dürfen keine Gäste aufnehmen, die aus einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt eines anderen Bundeslandes anreisen oder dort ihren Wohnsitz haben, in dem oder in der die Zahl der Corona-Neuinfektionen binnen sieben Tagen bei mehr als 50 pro 100.000 Einwohnern lag. Ausgenommen sind Menschen, die über einen negativen Corona-Test verfügen und ein ärztliches Attest vorweisen.

          Menschen aus Corona-Risikogebieten dürfen nur nach Mecklenburg-Vorpommern einreisen, wenn sie belegen können, dass sie innerhalb von 48 Stunden vor der Einreise einen Corona-Test gemacht haben. Daraus muss hervorgehen, dass es keine Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus gibt. Wer ohne dieses Attest aus einem Risikogebiet einreist, muss das Land verlassen.

          Wer in den vergangenen zwei Wochen mindestens zwei Tage in einem Risikogebiet im Ausland war, muss nach der Einreise nach Niedersachsen eine vierzehntägige Quarantäne antreten. Touristen aus den nordrhein-westfälischen Kreisen Gütersloh und Warendorf dürfen von Freitag an nur mit negativem Corona-Test in Hotels, Ferienwohnungen oder auf Campingplätzen übernachten.

          Reisende aus Corona-Hotspots müssen sich in Schleswig-Holstein seit Donnerstag unverzüglich nach der Einreise in ihre Wohnung oder in eine andere geeignete Unterkunft begeben, um sich dort 14 Tage lang zu isolieren. Oder sie müssen einen negativen Corona-Test vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden sein darf.

          In der Diskussion um ein Beherbergungsverbot sagte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), die Frage sei „nicht ob, sondern wie“ man entsprechende Regelungen durchsetzen werde. Das Verbot könnte Teil der nächsten Corona-Verordnung sein, die am 2. Juli in Kraft treten soll.

          Auch in Brandenburg berät die Landesregierung noch über eine mögliche Änderung der Bestimmungen, auch mit Blick auf den Virusausbruch in den zwei Landkreisen in Nordrhein-Westfalen. Wer aktuell in das Bundesland einreist, muss bei Rückkehr aus einem von der Bundesregierung festgelegten Risikogebiet in zweiwöchige Quarantäne.

          In Bremen, Hessen und dem Saarland gibt es derzeit keine Restriktionen für Personen aus Gütersloh und Warendorf oder aus anderen Kommunen in Deutschland. Auch in Rheinland-Pfalz gibt es bisher keine Restriktionen, sie werden aber diskutiert. Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (SPD) hatte sich in Medienberichten zunächst gegen ein generelles Beherbergungsverbot für Touristen aus Risikogebieten ausgesprochen, zog allerdings Negativ-Tests als Einreisebedingung in Erwägung.

          In Thüringen sind Einreise- und Beherbergungsverbote derzeit nicht geplant. Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) geht davon aus, dass die entsprechenden Ausbrüche in der Regel lokal klar eingrenzbar seien. Sie will nach eigenen Angaben nicht einen ganzen Landkreis und alle dort lebenden Menschen in Sippenhaft nehmen.

          Auch Berlin plant aktuell keine besonderen Regelungen für Besucher oder Urlauber aus Risikogebieten in Deutschland. Für Risiko-Staaten im Ausland (im Wesentlichen außerhalb Europas) gilt: Nach Rückkehr steht eine vierzehntägige häusliche Quarantäne an.

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