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Neonazi-Festival in Ostsachsen : Eine Kleinstadt kämpft um ihren Ruf

  • -Aktualisiert am

Ortsschild der Stadt Ostritz in Ostsachsen Bild: dpa

Im Ostritz wollen sich am Wochenende Neonazis aus ganz Europa treffen. Doch die Region wehrt sich dagegen – mit prominenter Unterstützung.

          4 Min.

          Südlich von Görlitz, Deutschlands östlichster Stadt, macht die Neiße einen Knick. Sie fließt erst ziemlich gerade Richtung Norden, biegt dann scharf in Richtung Osten ab, um sich schließlich wieder nach Norden zu wenden. An dieser Stelle liegt das Kloster Sankt Marienthal. Die Barockanlage gehört den Zisterziensern, sie ist das älteste Frauenkloster des Ordens in Deutschland, beliebt bei Touristen und aufgrund ihrer Grenzlage auch Begegnungsstätte für Deutsche, Polen und Tschechen. Hier sitzt in einer Bibliothek im zweiten Stock Steffen Blaschke und sagt: „Demokratie ist manchmal schwer auszuhalten.“

          Stefan Locke

          Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.

          Blaschke ist Stadtrat und Projektleiter am dortigen Internationalen Begegnungszentrum (IBZ), aber am kommenden Wochenende ist er vor allem Mitorganisator des „Friedensfestes“ in Ostritz, bei dem der große Marktplatz der Kleinstadt, in der das Kloster liegt, in eine bunte Welt aus Konzert, Theater, Sport und Spiel verwandelt werden soll. Das IBZ sei Anmelder des Festes, aber die Initiative komme vor allem von Einwohnern und Vereinen, sagt Blaschke, der selbst aus Ostritz stammt und erzählt, wie überfordert sich hier viele fühlten, als Ende vergangenen Jahres die Nachricht eintraf, dass sich Mitte April Neonazis aus ganz Europa in Ostritz treffen wollen.

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