https://www.faz.net/-gpf-96oh2

AfD im Osten : Zwei Staatskanzleien auf der Wunschliste

  • -Aktualisiert am

Die AfD rückt im Osten immer näher zusammen: Landessprecher Björn Höcke in Erfurt (Thüringen) Bild: dpa

Nach Frauke Petrys Austritt aus der Partei beginnt sich die AfD in den Bundesländern im Osten Deutschlands immer weiter untereinander zu verbünden.

          3 Min.

          Im Sächsischen Landtag ist es eng geworden, seit neben den fünf Fraktionen auch eine neue Gruppe untergebracht werden muss. Ihre fünf Abgeordneten sitzen im hinteren Bereich des Plenarsaals zwischen CDU- und AfD-Fraktion, sie nennen sich „Mitglieder der blauen Partei im Sächsischen Landtag“, gelten rechtlich jedoch als Einzelabgeordnete, weil sie einst über die AfD ins Parlament gewählt worden sind und somit keine neue Fraktion bilden dürfen. Mit den verbliebenen neun AfD-Abgeordneten verbindet die fünf Abtrünnigen nichts mehr, man grüßt sich allenfalls und geht sich ansonsten aus dem Weg. Für Frauke Petry, die Chefin der Gruppe, dürfte die neue Sitzposition im Parlament genau dem entsprechen, was sie mit der Neugründung erreichen will: Ein konservatives Angebot für bürgerliche Wähler, die von der CDU enttäuscht sind und denen die AfD zu radikal und unprofessionell agiert. Ihr Ziel ist es, nach der Landtagswahl 2019 in eine „Koalition auf Augenhöhe“ mit der CDU zu gehen.

          Stefan Locke

          Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.

          Die Chancen dafür stehen schlecht, auch weil Petry bei vielen Wählern den Nimbus der Verräterin hat. In ihrer einstigen Partei ist sie ohnehin eine unerwünschte Person, auch räumt man dort der Abspaltung keine Chance ein. Vielmehr fühlt sich Sachsens AfD durch das Bundestagswahlergebnis, bei dem sie im Freistaat mit 27 Prozent knapp vor der CDU auf Platz 1 landete, so gestärkt, dass sie den Vorsprung bei der Landtagswahl in anderthalb Jahren ausbauen will. „Wir wollen die neue konservative Volkspartei sein. Unser Ziel ist es ganz klar, in Sachsen stärkste Kraft zu werden“, sagt der 48 Jahre alte Leipziger Siegbert Droese, der Bundestagsabgeordneter ist, den Landesverband seit Petrys Weggang kommissarisch führt und auf dem Landesparteitag am Wochenende in Hoyerswerda auch offiziell für den Vorsitz kandidiert. Mit ihm bewirbt sich der 53 Jahre alte Dresdner Jörg Urban, der den Fraktionsvorsitz im Landtag von Petry übernahm.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. digital – Jubiläumsangebot

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Klärungsbedarf: Zübeyde und Peter Feldmann am Abend der Wiederwahl des Oberbürgermeisters

          Feldmann und die Kita-Affäre : Gut bezahlte Nebenrolle

          Als Zübeyde Temizel noch am Konzept für eine Kita in Wiesbaden gearbeitet haben soll, besichtigte Peter Feldmann schon die „Dostluk“-Baustelle in Frankfurt. Und das ist längst nicht die einzige Ungereimtheit in der Sache.
          Gesponserte Inszenierung: Microinfluencerin Patricia Wirschke

          Microinfluencer : Wie der Rat einer guten Freundin

          Wer weniger als 10.000 Follower bei Instagram hat, war vor ein paar Jahren noch uninteressant für die Werbung. Doch jetzt schlägt die Stunde der Microinfluencer. Ihr Wert steigt.