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Verschwörungstheorien : Gegenöffentlichkeit im Netz

  • -Aktualisiert am

Bislang ohne erkennbares Motiv: Limburg ist nicht Breitscheid-Platz Bild: dpa

Die Fälle Limburg und Halle zeigen, wie Ängste und Ressentiments geschürt werden. Behörden und Medien kämpfen derweil mit der Schnelligkeit der Nachrichten und dem richtigen „Wording“.

          4 Min.

          Am Montag kaperte ein Syrer in Limburg einen Lastkraftwagen und lenkte ihn in eine Ansammlung von Fahrzeugen, die vor einer Kreuzung warteten. Mehrere Personen wurden verletzt. Die Hintergründe der Tat sind bis heute unklar. Doch am Dienstagmorgen sprachen das ZDF und die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf Sicherheitskreise von einem Terroranschlag. Nachdem die Staatsanwaltschaft erklärte, sie ermittele weiterhin in alle Richtungen, wurde die Meldung abgeschwächt. Nun hieß es auch bei ZDF und Bild, die Behörden ermittelten in „alle Richtungen“. Doch die „Falschmeldung“, so der Sprecher der hessischen Generalstaatsanwaltschaft später, war in der Welt.

          Julian Staib

          Politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.

          „Nun wird aus Sicherheitskreisen bekannt, was im Netz längst Gewissheit war“, schrieb ein Nutzer im Netzwerk VKontakte in einer Reaktion auf die Meldung. „Also doch“ lautete der Titel eines Textes auf einer rechtsextremen Website. Die Korrektur der voreiligen Nachricht hingegen wurde als „Einknicken“ oder „Zurückrudern“ der „gleichgeschalteten Presse“ respektive des „Merkel-TV“ dargestellt. Dass Medien in Ermangelung von Hinweisen auf einen islamistischen Hintergrund von einem „LKW-Vorfall“, oder „-Zwischenfall“ schrieben, sorgte für Spott und soll als Beleg für deren angeblich „verklärende“ Berichterstattung oder gar für Zensur dienen.

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