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Clan-Kriminalität : Wie konnte es so weit kommen?

Polizeibeamte führen nach einer Razzia in einem Wohnhaus in Tempelhof einen Mann ab. Mehrere Berliner Behörden wollen den Kampf gegen kriminelle Mitglieder arabischstämmiger Clans gemeinsam aufnehmen. Bild: dpa

Gegen Clan-Kriminalität wurde viel zu lange nichts getan. Das war für den Rechtsstaat ein Bumerang, der jetzt im Bundestag angekommen ist.

          Es ist das Verdienst der nordrhein-westfälischen Landesregierung und des Innenministers Herbert Reul, dass die sogenannte Clan-Kriminalität, die seit gut und gerne dreißig Jahren (!) bekannt ist, endlich an der Wurzel gepackt wird. Die Ursachen? Auch Defizite in der damaligen Einwanderungspolitik mögen zur Entstehung beigetragen haben.

          Sicher aber ist, dass viel zu lange nichts getan wurde, unter anderem deshalb, weil im multikulturellen Wolkenkuckucksheim von „Parallelgesellschaften“ nicht die Rede sein durfte.

          Das war für den Rechtsstaat ein Bumerang, der jetzt im Bundestag angekommen ist. Denn die neue Form von Kriminalität, mittlerweile in vierter Generation, hat sich so festgesetzt, dass ihr mit herkömmlichen polizeilichen Mitteln nicht immer beizukommen ist.

          Im Bundestag werden sich die Abgeordneten aber nicht nur mit Abhörmaßnahmen, Aussteigerprogrammen, Vermögensstrafen und, wieder einmal, mit doppelter Staatsangehörigkeit beschäftigen müssen. Es wäre auch hilfreich, wenn sich Bund und Länder die Frage stellten: Wie naiv musste man sein, dass es so weit kommen konnte?

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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