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Entfallender Schwimmunterricht : Ein möglicherweise tödliches Versäumnis

  • -Aktualisiert am

Eine Treppe führt im Hallenbad Köpfel ins leere Schwimmerbecken. Bild: dpa

Seit einem Jahr gibt es für die meisten Drittklässler keinen Schwimmunterricht mehr. Das wieder aufzuholen, wird schwer. Einige Länder planen deshalb jetzt innovative Konzepte.

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          Seit einem Jahr lernen Grundschulkinder nicht mehr schwimmen. Die meisten Hallenbäder sind geschlossen. Im Gegensatz zu anderem Schulsport hat das Schwimmen aber eine besondere Bedeutung. Wenn ein Kind nicht balancieren kann, fällt es runter. Wenn es keinen Ball fangen kann, kriegt es ihn ins Gesicht. Wenn es allerdings nicht schwimmen kann, ist es am Ende vielleicht tot. Schwimmen ist eine unvergleichbare Überlebenstechnik. Und weil der Staat sichergehen will, dass jeder diese Technik beherrscht, sich aber nicht darauf verlassen kann, dass Eltern ihren Kindern diese Technik beibringen oder sie in Schwimmkursen anmelden, hat er die Schulen dazu verpflichtet, mit allen Kindern zu schwimmen. Es gibt einen staatlichen Auftrag für Schwimmunterricht an den Schulen. Meist findet der in der dritten Klasse statt und dann später noch mal in den weiterführenden Schulen – da geht es allerdings schon um besondere Techniken.

          Die Länder haben sich im Rahmen der Kultusministerkonferenz kurz vor der Pandemie auf das Ziel verständigt, dass jedes Kind das „Sichere Schwimmen“ nach der Grundschule beherrschen soll, was ab dem Bronzeabzeichen beginnt. Mindestens sollen sie aber ins tiefe Wasser springen, hundert Meter schwimmen und allein wieder rauskommen können – also weit mehr als beim „Seepferdchen“.

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