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Wie gefährlich ist Covid-19? : Kein Vergleich zur Grippe

Coronaopfer in Brasilien: Viele neue Gräber in Manaus Bild: dpa

Eine neue und umfassende amerikanische Studie mit Daten aus aller Welt zeigt: Das Sterberisiko bei einer Covid-19-Erkrankung ist nun nicht mehr kleinzureden. Besonders Menschen über 45 Jahren sind gefährdet.

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          Wird er es wieder tun? So wie andere es nicht lassen können? Wird der amerikanische Präsident also, wenn er – mutmaßlich dank einer experimentellen, extrem teuren Antikörpertherapie – ins Weiße Haus zurückkehrt, seine Covid-19-Erkrankung wieder mit der „gewöhnlichen Grippe“ vergleichen, die schließlich auch viele Influenza-Infizierte ins Krankenbett zwingt?

          Joachim Müller-Jung
          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Mit den Grippe-Vergleichen hat die systematische Verharmlosung von Covid-19 begonnen, und mit ähnlichen Vergleichen – ob Hitzewellen-Tote oder Verkehrsopfer – werden die Kampagnen gegen Corona-Maßnahmen weiter befeuert. Immer wieder hört man den Euphemismus unverstellt, dann wird über die „harmlose“ Grippe schwadroniert, als wären die Zehntausende Toten, die Influenza-Viren jährlich zum Opfer fallen, notwendige Menschenopfer. Wissenschaftlich aufrechterhalten lassen sich solche Vergleiche nur noch, wenn man wie der Frankfurter Gesundheitsamtschef René Gottschalk einzelne Zahlenkolonnen der Sterbestatistiken nimmt und entscheidende Kontexte unterschlägt. Wie gefährlich das neue Coronavirus ist, lässt sich so jedenfalls nicht beantworten, da gibt es bei sorgfältig arbeitenden Wissenschaftlern keine zwei Meinungen mehr.

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