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„Cancel Culture“ : Friedrich Merz ist kein Zensor

  • -Aktualisiert am

Der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz Ende Juli in Warschau Bild: dpa

Der CDU-Vorsitzende schimpft gerne über „Cancel Culture“, sagt aber eine Veranstaltung ab, wenn unliebsame Leute eingeladen werden. Das klingt widersprüchlich, ist es aber nicht.

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          Neulich erst sagte der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz, „Cancel Culture“ sei die „größte Bedrohung der Meinungsfreiheit“. Diese Woche hat er eine Veranstaltung abgesagt, als dort Leute eingeladen wurden, deren Meinung er nicht teilt. Das klingt, als wäre Merz inkonsequent und selbst eine Bedrohung der Meinungsfreiheit. Wer den Fall kennt, merkt aber, dass das nicht stimmt.

          Merz wurde von einer rechten, deutschen Kampagnenplattform namens „The Republic“ eingeladen, mit dem amerikanischen Senator Lindsey Graham zu diskutieren. Stattfinden sollte das in der baden-württembergischen Landesvertretung in Berlin. Merz sagte zu, obwohl er Graham politisch ablehnt. Er hält ihn für einen „Garanten“ des Trumpismus, was wohl das Unvorteilhafteste ist, das man über einen amerikanischen Politiker sagen kann. Die Zusage von Merz zeigt, dass er keine Berührungsängste hat. Gleiches gilt für die Landesvertretung, der klar war, dass das Gespräch nicht einvernehmlich verlaufen würde. Aber dafür sind Debatten ja da.

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