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Klima und Rechtspopulisten : Ein anderer Weltuntergang

Kommt nach „Diesel retten“ womöglich „Kerosinsteuer abschaffen“ auf die Wahlplakate der AfD? Bild: dpa

Die rechtspopulistischen Parteien Europas haben ein gemeinsames Zugpferd gefunden: die internationale Klimapolitik. Nun machen die nationalistischen Parteien zusammen mobil gegen die „Klima-Hysterie“.

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          Noch kurz vor der Parlamentswahl im April sah es für die rechtspopulistische Partei „Die Finnen“ schlecht aus. Wie in vielen Ländern Europas hatten in Finnland Konkurrenten aus dem „Mainstream“ ihren migrationspolitischen Ton verschärft. Zudem beschäftigte das Thema Einwanderung die Finnen (wie viele Europäer) weniger als noch vor zwei, drei Jahren. Auf der Sorgenliste rückte der Klimawandel nach oben – und „Die Finnen“ erkannten ihre Chance. Immer schriller warnten sie vor „Klima-Hysterie“. Den Bürgern malten sie aus, dass selbst ihre Hunde auf teure vegane Kost umsteigen müssten. „Wie werden Sie es dem weinenden kleinen Mädchen oder Jungen erklären“, fragte ein Kandidat im Fernsehen, „wenn Mama und Papa sagen, dass sie sich das geliebte Haustier nicht mehr leisten können und es zum Einschläfern bringen?“ Parteichef Jussi Halla-aho unkte, dass Lappland-Flüge verboten würden und die Industrie ruiniert werde, also „die Frucht jahrzehntelanger Arbeit unserer Bürger“. Um ein Haar wäre seine Partei stärkste Kraft geworden.

          Andreas Ross

          Verantwortlicher Redakteur für Politik Online und stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Nachrichten.

          Keine vier Wochen zuvor war das dem niederländischen „Forum für Demokratie“ bei den Provinzwahlen gelungen. Parteichef Thierry Baudet hatte sich aus diversen Statistiken Zahlen gepickt, um zu behaupten, dass der Klimaschutz die Bürger eine Billion Euro kosten werde. In seiner Siegesrede schimpfte Baudet über „das geistige Vakuum“ in der Politik. „Die Mitglieder des Kartells glauben an nichts. Aber sie verehren einen Abgott namens ,Transformation‘.... Eine Billion wollen sie auf seinem Altar opfern – in Form von Windmühlen, Wärmepumpen, Solarpanelen und anderen völlig unrentablen Projekten, die uns nichts bringen und dem Planeten nicht weiterhelfen.“ Der „säkularisierte Sintflutglaube“ sei ein „masochistischer Götzendienst“, ja, er ähnele „dem Totenkult, der einst die Osterinsel plagte“.

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