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Gesetzesänderung : Wie Ermittler künftig Pädokriminelle austricksen dürfen

Kinderporno-Plattform „Elysium“ Bild: dpa

Union und SPD einigen sich: Um in pädokriminelle Foren zu gelangen, darf die Polizei künstlich generierte Kinderpornographie hochladen. Doch wie bleiben sie dabei unbemerkt?

          4 Min.

          Ermittler verwenden einen passenden Begriff für die Internetforen, in denen Kinderpornographie getauscht wird: Fort Knox. Den Eingang zu dem Stützpunkt der amerikanischen Armee in Kentucky, wo sich das größte Goldlager der Welt befindet, versperrt eine zwanzig Tonnen schwere Tür. Die Zahlenkombination für das Schloss weiß kein Mensch komplett, mehrere Mitarbeiter müssen unabhängig voneinander diverse Codes eingeben, um die Tür zu öffnen. Der Name passt deshalb, weil Händler und Konsumenten von Kinderpornographie sich in den letzten Winkeln des Darknets abgeschottet und verbarrikadiert haben. Sachverständige schätzen, dass es 80.000 solcher Foren gibt.

          Helene Bubrowski

          Politische Korrespondentin in Berlin.

          Die Marktplätze, auf denen Waffen, Drogen und gefälschte Ausweispapiere angeboten werden, sind sehr konsumentenfreundlich, es sind nur ein paar Klicks nötig, schließlich wollen die Betreiber Geld verdienen. Die Logik bei Kinderpornographie-Foren ist eine andere: Hier wollen Pädokriminelle unter sich bleiben und kinderpornographische Fotos tauschen. Bislang hatten Ermittler, die in der Sprache des Darknets „Uwe“ heißen, kaum eine Chance, in die Foren hineinzukommen.

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