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Sexuelle Gewalt : Im Dunkelfeld

Ein Ort des Grauens unter vielen: Auf dem Campingplatz in Lügde haben drei Männer über Jahre hinweg Kindern sexuelle Gewalt angetan. Bild: dpa

Es ist kein gutes Zeichen, dass sich in den ersten Wochen der Corona-Pandemie nur wenige Ärzte und Erzieher bei der medizinischen Kinderschutzhotline meldeten. Sie bekamen die Gewaltopfer während des Lockdowns schlicht nicht zu sehen.

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          Staufen und Lügde, Canisius-Kolleg, Kloster Ettal und Bergisch-Gladbach – manchmal verbindet sich sexuelle Gewalt gegen Kinder, Jugendliche und Schutzbefohlene mit den Namen von Orten. Manchmal auch bleiben sie wenigstens eine Zeitlang im kollektiven Gedächtnis einer Gesellschaft haften. Doch wie so viele Orte des Grauens stehen auch sie nur stellvertretend für die Alltäglichkeit des Bösen in Gestalt vielfacher Formen der Gewalt gegen Kinder, Schutzbefohlene und – nie zu vergessen – Frauen. Auch diese dunkle Seite der Gesellschaft taucht die Corona-Pandemie in ein grelles, wenn auch noch immer selektives Licht.

          Anders als es die Konzentration der Gesellschaft auf die katholische Kirche als Chiffre für sexuelle Gewalt nahelegt, sind die Täter in der Mehrzahl weder Amtsträger, noch arbeiten sie in geschlossenen Institutionen. Zu drei Vierteln leben sie im familiären häuslichen Umfeld oder im sozialen Nahraum ihrer Opfer. Und anders als im Raum der Kirche sind die mit Abstand meisten Opfer sexueller Gewalt oder anderer Formen von Misshandlungen nicht Jungen, sondern Mädchen und Frauen.

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