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Beratung für Islamisten : Jede Chance auf Deradikalisierung nutzen

Bislang unerforscht: Unter welchen Bedingungen können Aussteigerberatung und Deradikalisierung bei Islamisten überhaupt erfolgreich wirken? Bild: dpa

Islamisten werden immer jünger, Terrormilizen radikalisieren sogar Kinder. Ein Zentrum in Stuttgart will ihnen nun Wege aus dem Extremismus aufzeigen. Kann das Programm sie tatsächlich zum Ausstieg bewegen?

          5 Min.

          Chinesische Touristen bestaunen die Freizeitanzüge der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Ein Bekleidungsgeschäft wirbt für den „Mid-Season-Sale“. Die grün-schwarze Landesregierung in Baden-Württemberg will an dieser Stelle dem Ausverkauf von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit an Extremisten vorbeugen. In der Stuttgarter Königstraße, der längsten Einkaufsstraße Deutschlands, gibt es seit dieser Woche deshalb das neue Büro von „Konex“, dem „Kompetenzzentrum gegen Extremismus“. Noch steht zwar „Innenministerium Abteilung 3“ an der Tür, aber schon in wenigen Tagen sollen hier erste Beratungsgespräche geführt und, wenn es gut läuft, Islamisten „deradikalisiert“ werden. Das Angebot soll niedrigschwellig sein. Eltern, die spüren, dass sich ihre Kinder Islamisten zuwenden, aber auch junge Männer und Kinder sollen die Beratung nutzen.

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU) will das Zentrum bis 2019 Schritt für Schritt weiter ausbauen auf fast 30 Mitarbeiter. „Es gibt keinen unverwundbaren Staat. Wir müssen darauf hinweisen, dass die Bundesrepublik heute im Fadenkreuz religiöser Extremisten steht. Aber es zählt nicht die Herkunft, sondern die Haltung“, sagt Strobl.

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