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Bayerische AfD-Flügel : In der Hitze der Macht

  • -Aktualisiert am

Bergmüller im Sitzungssaal der AfD, dahinter die Fraktionsvorsitzenden Plenk und Ebner-Steiner Bild: Picture-Alliance

Bayerns AfD-Fraktion stand nach einem internen Machtkampf kurz vor der Explosion. Nun hat sie den Zünder entfernt. Doch der Konflikt schwelt weiter.

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          Was bisher geschah: Der bayerische AfD-Abgeordnete Raimund Swoboda erklärte seinen Austritt aus Partei und Fraktion. Begründung: Die Fraktion werde nicht professionell geführt, Fraktionschefin Katrin Ebner-Steiner agiere selbstherrlich, vor allem aber dominierten zusehends die Angehörigen des sogenannten völkischen Flügels. Swoboda erntete neben Empörung auch Unterstützung, etwa vom AfD-Abgeordneten Franz Bergmüller, auch vom Ko-Fraktionschef Markus Plenk. Schon da wurde überdeutlich, dass die Fraktion in zwei bis drei Lager gespalten ist.

          Timo Frasch

          Politischer Korrespondent in München.

          Sehr vereinfacht kann man von gemäßigt, opportunistisch und radikal sprechen, wobei die Opportunisten mehrheitlich den Radikalen zuneigen. Ebner-Steiner, die einen engen Austausch mit den „Flügel“-Anführern Björn Höcke und Andreas Kalbitz pflegt, reagierte für ihre Verhältnisse zunächst verhalten, indem sie Swoboda zur Aufgabe seines Mandats aufforderte. In ihrem Umfeld hieß es, der ehemalige hohe Polizist sei bloß enttäuscht, weil er nicht in den Innenausschuss entsandt wurde. Er sei wegen seiner einst radikalen Rhetorik auf Platz eins der mittelfränkischen Liste gewählt worden, nun könne er nicht so tun, als habe er mit all dem nichts zu tun.

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