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Stadt Dresden : Die neue Heimat der Diskussionskultur

  • -Aktualisiert am

Zwischen Canaletto-Panorama und Straßenpopulismus: Blick auf die Dresdner Altstadt und die Frauenkirche. Bild: Robert Gommlich

Dresden ist zu einer Debattenstadt geworden. Dafür war sicher „Pegida“ ein Grund, aber vielleicht auch nur der Anlass. Die Stadt entdeckt neu, was Kultur leisten kann – und Politik. Hat sie dadurch anderen Proteststätten etwas voraus?

          9 Min.

          An einem Donnerstagabend strömt die Dresdner Stadtgesellschaft ins Lingnerschloss hoch über der Elbe. Wieder einmal ist ein Showdown zu erwarten. Von „Odol-König“ August Lingner einst der Stadt vermacht, beherbergte das Schloss in der DDR den „Klub der Intelligenz“, Zutritt nur für Privilegierte (es lagen Westzeitschriften aus); seit der Wiedervereinigung ist es eine Baustelle. Zwischen Gerüsten und rohen Ziegelwänden haben auf dem Podium die Buchhändlerin Susanne Dagen und der Kulturwissenschaftler Paul Kaiser Platz genommen.

          Stefan Locke

          Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.

          Er ist Initiator eines Offenen Briefs an sie, in dem sich die Autoren „schockiert“ zeigen über ihren Flirt mit Rechtspopulisten. Die vielfach, auch von der Bundesregierung, ausgezeichnete Buchhändlerin hat eine Reihe gestartet; unter dem Titel „Aufgeblättert. Zugeschlagen – Mit Rechten lesen“ bespricht sie mit Ellen Kositza vom Antaios-Verlag, der einer Revolution von rechts das Wort redet, Bücher. Was sie als „vergnügliches Plädoyer für vorurteilsfreies Lesen“ anpreist, halten ihre Kritiker für eine Grenzüberschreitung.

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