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Geschäft mit Armutsmigranten : Der Kampf gegen Schrottimmobilien

Schrottimmobilien: Viele Häuser in der Dürener Nordstadt sind in einem grauenvollen Zustand. Bild: Stefan Finger

Vielerorts vermieten windige Geschäftsleute heruntergekommene Wohnungen überteuert an Migranten. Selbst in Kellerlöchern ohne Toilette werden Mieter einquartiert. Die Stadt Düren geht dagegen vor.

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          Das Haus mit der amtlich versiegelten Tür in der Dürener Nordstadt sieht von außen betrachtet nicht sonderlich heruntergekommen aus. Doch weil sich die Hinweise verdichtet hatten, dass das Gebäude hoffnungslos mit südosteuropäischen Wanderarbeitern überbelegt war, rückte in den frühen Morgenstunden des 25. Juni vor einem Jahr die Dürener Taskforce „Problemimmobilien“ in der Neuen Jülicher Straße an.

          Reiner Burger
          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Die Bediensteten von Ordnungs-, Bau- und Sozialamt, Feuerwehr und Ausländerbehörde, die im Kampf gegen Schrottimmobilien, Sozialmissbrauch und Schwarzarbeit unter anderem mit dem Zoll, der Polizei sowie Jobcenter-Kräften zusammenarbeiten, haben schon etliche Varianten von „absolut unbewohnbar“ gesehen: feuchte Wände, Ungezieferbefall, brandgefährliche, blanke Elektrokabel, mit Baustützen „gesicherte“ Deckenbalken. Aber was sie an diesem Tag entdeckten, stellte alles bisher Gesehene in den Schatten. „Das war menschenverachtend, schockierend“, erinnert sich Ordnungsdezernentin Christine Käuffer. Sogar den muffigen, fensterlosen Keller hatte der Hauseigentümer vermietet, als Matratzenlager an sechs Männer. „Es gab keine Belüftung, keine Beleuchtung. Ein Loch im Boden war die Toilette.“

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