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Stickoxid-Debatte : Teufel oder Beelzebub

  • -Aktualisiert am

Sind die wissenschaftlichen Fakten so eindeutig, dass sie die Sperrung ganzer Innenstädte für ältere Dieselfahrzeuge rechtfertigen? Bild: dpa

Mit der Festlegung von wissenschaftlich nicht begründbaren Grenzwerten für Stickstoffdioxid hat die Politik Deutschland in die Diesel-Sackgasse gesteuert. Und nur die Politik kann das Land aus dieser Falle befreien. Ein Gastbeitrag.

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          Der Streit über Diesel-Fahrverbote hat neuerdings die Wissenschaft erfasst, und das mit geradezu selbstzerstörerischer Wucht. Seit im Januar rund hundert Lungenärzte und Ingenieure die für die EU geltenden Grenzwerte kritisierten und ein Gutachten des Umweltbundesamtes in Frage stellten, bewerfen sich distinguierte Doktoren öffentlich mit Dreck. Die Autoren des Papiers werden als „Außenseiter“ und „Exoten“ beschimpft, die nichts als eine „Stammtischdiskussion älterer Ärzte“ führten. Ihre Einwände gegen die Grenzwerte seien „befremdlich“, „unwissenschaftlich“ und „total daneben“. Als dann auch noch herauskam, dass sich der Anführer der aufständischen Zenturie, der Lungenfacharzt Dieter Köhler, an mehreren Stellen verrechnet hatte, war nicht nur unter Umweltmedizinern die Häme groß.

          War die Revolte der Lungenärzte also nur eine Luftnummer? Sind die wissenschaftlichen Fakten so eindeutig, dass sie die Sperrung ganzer Innenstädte für ältere Dieselfahrzeuge rechtfertigen? Muss der Staat seinen Bürgern Beschränkungen der Mobilität und wirtschaftliche Nachteile zumuten, um sie vor einer ernsten Gesundheitsgefahr zu schützen?

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