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Kirchen in Finanznot : Drohen jetzt die Wüstenjahre?

Ein Gottesdienst im Freiburger Münster Bild: dpa

Die evangelische und die katholische Kirche verzeichnen in der Corona-Krise drastische Einnahmeverluste. Die Folgen werden auf allen Ebenen zu spüren sein.

          8 Min.

          Auf den Führungsetagen in aller Welt wird gegenwärtig gerätselt, welchem Buchstaben die Corona-Rezession gleichen wird. Einem V – also einem Einbruch mit rapider Erholung? Oder einem U mit längerer Talsohle? Oder einem L – einer Krise ohne rasche Besserung? Für die großen Kirchen in Deutschland lässt sich diese Frage bereits heute beantworten: Mit Corona beginnt für sie eine finanzielle Dürre, deren Ende nicht absehbar ist. Das Virus dürfte zu einer kirchenhistorischen Zäsur werden, weil die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie eine seit langem bekannte Strukturkrise beschleunigen.

          Reinhard Bingener

          Politischer Korrespondent für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen mit Sitz in Hannover.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

          Nach jahrelangen Rekordeinnahmen sind beide große Kirchen bis vor kurzem von einem allmählichen Abschmelzen ihrer finanziellen Möglichkeiten ausgegangen. Vor fast genau einem Jahr präsentierten die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) entsprechende Berechnungen, die sogenannte „Freiburger Studie“. Der Finanzwissenschaftler Bernd Raffelhüschen hatte im Auftrag der Kirchen ausgerechnet, dass die Zahl ihrer Mitglieder wie auch ihre Erträge aus der Kirchensteuer bis 2060 um rund die Hälfte sinken werden. Viele Landeskirchen und Diözesen gingen auf Basis dieser Daten jedoch davon aus, dass ihre Finanzlage erst schwieriger werden würde, wenn Mitte der zwanziger Jahre die kirchenaffine Generation der Babyboomer in den Ruhestand tritt. Es gab also noch Zeit, um Reformen und Einsparungen vorzubereiten.

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