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Wahl des Staatsoberhaupts : Wie die Bundespräsidenten ihr Amt prägten

  • -Aktualisiert am

Nie hat ein Bundespräsident mehr Einfluss auf die Tagespolitik genommen als im November 2017: Frank-Walter Steinmeier mit Martin Schulz Bild: HANDOUT/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Heuss stiftete das „Silberne Lorbeerblatt“, Weizsäcker hielt eine berühmte Rede. Nicht jedes Staatsoberhaupt blieb positiv in Erinnerung. Doch denkwürdige Momente hatten sie alle.

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          Das waren noch Zeiten, Zeiten einer alltäglichen Begegnung mit dem Staatsoberhaupt, als die Bundespräsidenten – von den Gründerzeiten der Bundesrepublik bis in die Siebzigerjahre hinein – auf den für die alltägliche Verwendung üblichen Briefmarken abgebildet waren. Von wegen Kanzlerdemokratie, von wegen Konrad Adenauer, von wegen Willy Brandt. Theodor Heuss, Heinrich Lübke und Gustav Heinemann wurden geklebt und gestempelt, die Staatsoberhäupter, so wie in Großbritannien die Queen, einem hergebrachten Brauch zufolge.

          Respekt vor der Würde des Amtes oder bloß Phantasielosigkeit der Postbehörden? Der Sammlerwert der Alltagsmarken freilich war gering. Zur Amtszeit von Walter Scheel von der FDP wurde die Sache als nicht mehr zeitgemäß empfunden. Scheel, der seine Wahl zum Präsidenten zur Voraussetzung gemacht hatte, damit nach Brandts Rücktritt Helmut Schmidt bei der Wahl zum Kanzler die Stimmen der FDP erhielt, setzte auf andere Formen der Popularität. Er sang – erfolgreich – das Lied „Hoch auf dem gelben Wagen“. Sein Nachfolger Karl Carstens, das konservative CDU-Gegenbild zur sozialliberalen Koalition, unternahm Wanderungen durch die deutsche Heimat.

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