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Artenvielfalt : Ein Herz für Bienen

Bienen-Protest: Vor dem Volksbegehren gab es in Bayern auch Demos wie diese vor dem Landtag. Nicht unwahrscheinlich, dass sich solche Szenen schon bald in anderen Bundesländern wiederholen. Bild: dpa

Ein Volksbegehren in Bayern zwingt die Staatsregierung dazu, ihre Landwirtschaftspolitik zu ändern. Und das könnte erst der Anfang sein. Wie ein Insekt die Politik verändert.

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          Der riesige Erfolg des bayerischen Volksbegehrens „Artenvielfalt und Naturschönheit in Bayern – Rettet die Bienen!“ war von langer Hand geplant. Vor etwa einem Jahr fragte Thomas Prudlo von der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) Nikolaus Teixeira, ob er mit ihm die Kampagne leiten wolle. Der ehemalige Modefotograf und Werber hat sich einen Namen gemacht als „Facilitator, Ideengeber, Strategieentwickler und Moderator“, Spezialgebiet Gemeinwohlökonomie. Kurz gesagt: Er bringt seine Berufserfahrung in Projekte ein, die aus seiner Sicht die Welt besser machen – etwa eine digitale Plattform, über die sich Flüchtlingshelfer koordinieren können. Es sei klar gewesen, sagt Teixeira, dass man mit dem Slogan „Lasst uns was für die Artenvielfalt tun“ ein Volksbegehren nicht gewinnen könne. Aber womit dann?

          Timo Frasch

          Politischer Korrespondent in München.

          Andreas Nefzger

          Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Woche.

          Die Biene war nicht von Anfang an dabei. Die Initiatoren waren unsicher: Einerseits hat sie ein positives Image, etwa als Kollektivwesen. Andererseits sticht sie. Das tut zum Beispiel der Schmetterling nicht. Auch von ihm gibt es gefährdete Arten, und er hätte, wie Teixeira sagt, ein schönes Bild abgegeben. „Aber die Bienen geben uns Nahrung, von denen hängen wir ab.“ Die Bilder von Supermarktregalen, die sehr leer wären, wenn es keine Bienen mehr gäbe, seien in den Köpfen der Menschen gewesen. Damit hätten sie sich leicht verbinden können.

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