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Datenlecks aus Steueroasen : Wie deutsche Ermittler dem Reichtum russischer Oligarchen nachspüren

Stilvoll reisen: Über mehrere Umwege ist die Yacht Dilbar mit dem Oligarchen Usmanow verbunden. Bild: The Sun/ddp

Beamte des Bundeskriminalamts versuchen, die verschleierten Vermögen kremlnaher Oligarchen aufzuspüren. Datenlecks helfen ihnen dabei – doch bei den Luxusvillen der Superreichen wird es schwierig.

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          Russlands Superreiche lieben es, ihr Vermögen im Westen anzulegen. Der Milliardär Roman Abramowitsch zum Beispiel protzte damit, dass er den englischen Fußballverein FC Chelsea kaufen konnte. Doch ziehen es die russischen Oligarchen in der Regel vor, ihren Reichtum zu verstecken. Als Eigentümer ihrer Firmen, Schlösser und Luxusvillen wollen sie im Westen nicht bekannt werden, was mit den trüben Quellen ihres Reichtums zu tun hat. Deshalb überschreiben sie ihr Vermögen an Verwandte oder an Strohleute, verstecken die wahren Eigentumsverhältnisse mithilfe von Briefkastenfirmen, die sich in sogenannten Steueroasen befinden. Nachdem die EU wegen des Überfalls Russlands auf die Ukraine umfangreiche Sanktionen gegen Oligarchen erlassen hat, die mit dem Putin-Regime eng verbunden sind, geht es nun darum, deren Vermögen auf die Spur zu kommen.

          Markus Wehner
          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Im Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden hat im März eine Gruppe von Wirtschafts- und Finanzermittlern die Arbeit aufgenommen. Ihre Aufgabe ist es, die sogenannten Offshore-Strukturen der Oligarchen aufzudecken, sodass es möglich ist, die Vermögen der Betroffenen einzufrieren. Dabei ergeben sich einige Straftatbestände, insbesondere Geldwäsche. Und damit die Beamten ordentlich ermitteln können, hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt ein altes Verfahren wegen Verdachts auf Geldwäsche wieder aufleben lassen.

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