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Missbrauchsverschleierung : Kirche der Mitwisser

Erhaben: Die Domkirche auf einem Kalkfelsen über der Altstadt von Limburg. Bild: Imago

Vollmundig bekunden die deutschen Bischöfe ihren Willen, die Missbrauchsfälle aufzuklären. Doch wenn es um ihre Verantwortung für die Verschleierung der Taten geht, bleibt vieles im Ungefähren – etwa im Bistum Limburg.

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          Gut ein halbes Jahr nach der Veröffentlichung des Forschungsberichts über sexuellen Missbrauch an Minderjährigen im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz sollen im Bistum Limburg Nägel mit Köpfen gemacht werden. Anhand eines achtteiligen Projektplans werde „entschieden an der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch“ gearbeitet, bekundeten jüngst Bischof Georg Bätzing und Ingeborg Schillai, die Vorsitzende der aus gewählten Laien bestehenden Diözesanversammlung. Unter anderem wolle man alle Verdachtsfälle und Taten „bestmöglich“ aufklären. Zudem sollten die kirchenspezifischen Faktoren benannt und verändert werden, die sexuellen Missbrauch und den Schutz der Missbrauchstäter in der Vergangenheit begünstigt hätten.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

          Einen ähnlich entschiedenen Ton in Sachen „Aufarbeitung“ haben mittlerweile auch einige andere Bistumsleitungen angeschlagen, etwa in Freiburg, Hildesheim, Köln und Mainz. Überregional koordiniert werden die Initiativen zur Analyse der „systemischen“ Missbrauchsfaktoren gleichwohl nicht. Der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), der Trierer Bischof Stefan Ackermann, hat weder die fachliche Kompetenz noch die moralische Autorität, geschweige denn Charisma.

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