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Hype um Artenschutz : Bienenretten will gelernt sein

  • -Aktualisiert am

Zahlreiche Wildbienenarten sind in Deutschland bedroht. Bild: dpa

Die Deutschen wollen Gutes für den Artenschutz tun – wissen aber oft nicht so genau, wie. Am Ende kann es sogar passieren, dass man Schaden anrichtet.

          3 Min.

          Viele Deutsche wollen ihren Garten zu einem Paradies für Insekten machen. Dabei kommt allerdings oft das Gegenteil heraus. Naturschützer beobachten eine große Euphorie, gepaart mit großer Unkenntnis – und das nicht nur bei Hobbygärtnern, sondern auch in der Politik. Der Naturschutzbund Deutschland beobachtet, dass „die Leute sehr stark das Bedürfnis haben, etwas für den Artenschutz zu tun“, wie die Nabu-Bienenexpertin Melanie von Orlow sagt. Die Anfragen von Bürgern hätten extrem zugenommen. Regelrecht explodiert ist die Aufmerksamkeit für den Artenschutz seit dem bayerischen Volksbegehren „Rettet die Bienen!“. Nun greift im ganzen Land der Wunsch um sich, etwas für den Artenschutz zu tun.

          Viele Kommunen freuen sich darüber und wollen noch mehr Bürger dafür gewinnen. Zehntausende wurden in den vergangenen Wochen mit Tütchen voller Blumensamen beschenkt; mal steckten die gleich im Briefkasten, mal konnten sie in Bürgerbüros abgeholt werden, mal verteilten Mitarbeiter der Stadt sie auf Marktplätzen. In Bochum etwa lagen 10.000 Tütchen mit Wildblumensamen gratis bereit, in Villingen-Schwenningen 7500, in Pforzheim 5000. In Langenfeld hat gar der Bürgermeister selbst 1000 Tütchen verteilt; dann wurde nachbestellt, damit kein Bürger leer ausgeht. Dutzende andere Städte kamen hinzu. Hunderte haben großangelegte Projekte, in Köln etwa heißt es „Wildbienenschutz aktiv – ganz Köln macht mit“.

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