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Der Fall Magnitz : Wie das Geschehen instrumentalisiert worden ist

Auf den Bremer AfD-Chef und Bundestagsabgeordneten Frank Magnitz ist nach derzeitigem Ermittlungsstand nicht mit einem Gegenstand eingeschlagen worden. Bild: EPA

Der Angriff auf Frank Magnitz lief anders ab, als es die Behörden zunächst angenommen hatten. In den Mittelpunkt rückt nun, wie das Geschehen von Seiten etlicher AfD-Politiker dramatisiert worden ist.

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          Der Angriff auf Frank Magnitz war brutal – aber er lief anders ab, als es die Behörden zunächst angenommen hatten. Den Beleg dafür liefern Videoaufnahmen: Die Attacke auf den Bundestagsabgeordneten und Bremer AfD-Landesvorsitzenden Frank Magnitz ist von einer Überwachungskamera aufgezeichnet worden. Nach der Sichtung des Videomaterials haben die Bremer Ermittlungsbehörden ihre erste Darstellung vom Dienstag teilweise korrigiert: Auf Magnitz ist demnach nicht mit einem „unbekannten Gegenstand“ eingeschlagen worden, wie die Polizei zunächst mitgeteilt hatte. Ein Sprecher der Bremer Staatsanwaltschaft erklärte, die Aufnahmen der Kameras dokumentierten das Tatgeschehen sehr präzise. „Da können Sie nicht sehen, dass die Täter zu irgendeinem Zeitpunkt einen Schlaggegenstand eingesetzt haben.“

          Reinhard Bingener
          Politischer Korrespondent für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen mit Sitz in Hannover.

          Der Ablauf stellt sich stattdessen so dar: Es waren drei Personen, die Magnitz folgten, als er am frühen Montagabend auf dem Rückweg von einer Veranstaltung zu seinem geparkten Auto durch einen wenig frequentierten Durchgang lief. Zwei dieser Personen näherten sich ihm, einer attackierte den 66 Jahre alten Politiker in dem Durchgang, während der dritte etwas versetzt dahinter blieb. Magnitz sei von hinten „mit dem Ellbogen voraus“ angesprungen worden, erklärt der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

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