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Fünf Sterne unter Druck : Di Maio gegen den perfekten Sturm

Luigi Di Maio Bild: EPA

Italiens Migrationsproblem verbindet sich mit der Angst vor Corona. Das könnte der Regierung in Rom auf die Füße fallen. Ihr Außenminister stemmt sich mit aller Macht dagegen.

          4 Min.

          Luigi Di Maio von der linkspopulistischen Fünf-Sterne-Bewegung ist eigentlich der Außenminister Italiens. Seit ein paar Tagen übt er informell jedoch auch das Amt des Innenministers und des Regierungschefs aus, jedenfalls mit Blick auf das Migrationsproblem. Innenministerin Luciana Lamorgese und Ministerpräsident Giuseppe Conte sind beide parteilos. Beide haben sich noch nie um ein politisches Amt beworben. Beide verfügen weder über eine Parteibasis, noch sind sie einer solchen Basis gegenüber verantwortlich. In ihre Führungsposten wurden sie von gewählten Politikern gehievt. Von einem wie Luigi Di Maio zum Beispiel.

          Matthias Rüb

          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Di Maio, seit September Chef im Palazzo della Farnesina, dem wuchtigen Sitz des Außenministeriums im Nordwesten Roms, ist 34 Jahre alt. Er ist ein Instinktpolitiker mit viel politischer Erfahrung. Er hat erkannt, dass sich auf den Inseln Lampedusa, Sizilien und auch Sardinien ein Problem auftürmt, das der Linkskoalition von Fünf Sternen und Sozialdemokraten auf die Füße fallen könnte. Allein im Monat Juli sind in Italien 6760 illegale Migranten über das Mittelmeer angekommen. Das waren gut sechsmal so viele wie im Vergleichsmonat des Vorjahres und fast dreieinhalbmal so viele wie im Juli 2018. Insgesamt verzeichnet die offizielle Statistik des Innenministeriums in Rom in den ersten sieben Monaten dieses Jahres mehr als 13.700 Ankünfte illegaler Migranten. Im vergangenen Jahr waren es knapp 3900, im Jahr 2018 insgesamt gut 18500.

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