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Die AfD und der Antisemitismus : Freund oder Feind?

„Einwanderung braucht strikte Regeln“ fordert die AfD 2015 bei einer Kundgebung in Hamburg. Bild: Picture-Alliance

Regelmäßig werfen AfD-Politiker anderen Parteien vor, nicht entschieden genug gegen Antisemiten vorzugehen. Doch ist die Partei wirklich ein Freund der Juden – oder stellt sie sich nur so da?

          3 Min.

          Die AfD lässt kaum eine Gelegenheit aus, um sich als Freund des Staates Israel und der Juden in Deutschland darzustellen. Sie betont das nach dem Attentat von Halle, bei dem der rechtsextreme Täter möglichst viele Juden töten wollte. Der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen beteuerte am Freitag ausdrücklich diese Haltung. „Jüdisches Leben in Deutschland ist elementarer Bestandteil unserer Identität und wird dies immer bleiben“, schrieb er und fügte den geradezu martialischen Satz an: „Wir von der Alternative für Deutschland werden dieses jüdische Leben gegen seine Feinde mit Zähnen und Klauen verteidigen.“

          Markus Wehner

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Um sich als besonders unbeugsame Kämpferin gegen Antisemitismus zu zeigen, werfen AfD-Politiker wie Beatrix von Storch oder Georg Pazderski den anderen Parteien regelmäßig vor, nicht entschieden genug gegen Antisemiten vorzugehen. Zudem verweist die Parteiführung, wie Meuthen es am Freitag tat, gerne auf die Gruppe „Juden in der AfD“. In der Partei ist sie allerdings wenig bedeutend. Bei ihrer Gründung vor gut einem Jahr hatte sie 24 Mitglieder, die meisten kommen aus Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Der Zentralrat der Juden und 16 weitere jüdische Organisationen distanzierten sich von dieser Gruppe in einer gemeinsamen Erklärung, da in der AfD „Judenhass und die Relativierung bis zur Leugnung der Schoa ein Zuhause haben“.

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