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Debatte um Altschulden : Die Würde von Mülheim

Schön und überschuldet: Mülheim an der Ruhr Bild: dpa

Mülheim an der Ruhr ist schön, kann aber seine Straßen, Schulen und Sportstätten kaum noch unterhalten. Wie konnte es soweit kommen? Und was hat die Bundespolitik damit zu tun?

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          Der Schuldenberg ist Mülheim erst mal nicht anzusehen. Die schöne Stadt hat sich in den vergangenen Jahren apart zum Wasser hin geöffnet, zur Ruhr. Heute gilt Mülheim als „Stadt am Fluss“. Mehr als die Hälfte der Fläche besteht aus Grün, und viele wollen dort wohnen. Mülheim galt sogar mal als „Stadt der Millionäre“, es ist die Heimat von Thyssen, Aldi Süd und Tengelmann. Die Menschen verdienen gut, die Arbeitslosigkeit ist nicht der Rede wert. „Wir sind nun wirklich keine Schrottimmobilie“, sagt der Stadtsprecher. „Aber wir haben strukturelle Probleme.“

          Frank Pergande
          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Im Rathaus wissen sie wegen dieser Probleme oft nicht ein noch aus. Denn Mülheim hat über Jahrzehnte mehr als eine Milliarde Schulden angehäuft. Um das zu sehen, muss man auf Details achten. Auf das Heimatmuseum etwa, das Tersteegenhaus, mitten in der reizenden Altstadt. Benannt ist es nach Gerhard Tersteegen, einem Prediger aus dem 17.Jahrhundert, dem wir den Text zum Choral „Ich bete an die Macht der Liebe“ verdanken, der noch heute beim Großen Zapfenstreich der Bundeswehr erklingt. Das Fachwerkhaus war seit 1950 Museum, seit Jahren aber ist es geschlossen, baufällig, eingerüstet und abgestützt. Im Mauerwerk sitzt der Schwamm.

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