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AKK und der CDU-Parteitag : Üb immer Treu und Redlichkeit

Die CDU-Vorsitzende nach ihrem Auftritt auf dem Parteitag am Freitag Bild: dpa

Annegret Kramp-Karrenbauer triumphiert in Leipzig. Friedrich Merz leistet einen Lehnseid. Wie kommt es zu dieser neuen Harmonie?

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          Als sie zum Ende kam, wurde Annegret Kramp-Karrenbauer so leise wie jemand, der weiß, dass es aufs Lautsein nicht mehr ankommt. Sie hatte Fehler gemacht, seit sie vor einem Jahr an die Spitze der CDU getreten war. Sie war in den Umfragen abgestürzt, und zuletzt hatten manche in der Partei schon von „inhaltlicher Insolvenz“ gesprochen und von der „Führungsfrage“. Jetzt aber, am Freitag und am Samstag, war Parteitag in Leipzig, und alle waren da, Freunde und Gegner. Wer es ernst meinte mit der Kritik an der Vorsitzenden, der konnte jetzt in den Ring treten, der konnte sie fordern. Das Wort vom „Rosengarten“ kursierte in der Halle, von jenem Veranstaltungssaal in Mannheim, wo Oskar Lafontaine vor 24 Jahren ans Podium getreten war, um mit einem entschlossenen Angriff den SPD-Vorsitzenden Rudolf Scharping aus dem Amt zu stoßen.

          Konrad Schuller

          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Kramp-Karrenbauer ließ es so weit nicht kommen. Bevor sie am Ende ihrer Rede ganz leise wurde, hatte sie alles beschworen, was der Union heilig ist. Sie hatte vom „C“ im Namen ihrer Partei gesprochen, von Mut und deutscher Einheit, und der Applaus war trotzdem nur mau gewesen. Sie hatte ihr Temperament forciert, die Stimme gehoben, und trotzdem wirkte sie wie eine Ruferin in der Wüste.

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