https://www.faz.net/-gpf-9jo2d

Anette Widmann-Mauz : Brauchen Gesetzesänderung für mehr Frauen im Parlament

Im Bundestag sitzen wesentlich mehr Männer als Frauen. Bild: dpa

Die Debatte über das Wahlrecht sollte als Chance dienen, auch mehr Frauen in den Bundestag zu bringen, sagt die Vorsitzende der Frauen-Union, Annette Widmann-Mauz. Auch die Parteisatzungen müssten überarbeitet werden.

          1 Min.

          Angesichts des geringen Frauenanteils von 30,7 Prozent unter den Abgeordneten im Deutschen Bundestag spricht sich die Vorsitzende der Frauenunion, Annette Widmann-Mauz, für eine Gesetzesänderung aus, um diesen Missstand zu beheben. „Ich halte es für richtig, Frauen über das Wahlrecht mehr Chancen einzuräumen“, sagte sie der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Es sei absolut notwendig, die Debatte über eine Reform des Bundestagswahlrechts zu nutzen, damit mehr Frauen in die Parlamente einziehen. „Auch für das Parteiengesetz gilt der Auftrag des Grundgesetzes, aktiv auf die Gleichstellung von Mann und Frau hinzuwirken“, sagte Widmann-Mauz. Hier sieht sie Spielraum: „Die Chancengleichheit muss in allen Parteisatzungen Standard werden, um so Frauen verstärkt auf die Listen zu bringen.“ Wichtig sei aber auch, dass in den Wahlkreisen häufiger Frauen als Direktkandidaten aufgestellt werden.

          Helene Bubrowski
          Politische Korrespondentin in Berlin.
          Markus Wehner
          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Unter den direkt gewählten Abgeordneten ist der Anteil der Männer regelmäßig höher als der Frauenanteil. Besonders deutlich wird das bei der CSU: Im 19. Bundestag besteht die CSU-Landesgruppe ausschließlich aus direkt gewählten Abgeordneten, 83 Prozent davon sind männlich.

          „Hundert Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts sollten wir die geringe Anzahl von Frauen im Bundestag nicht nur beschreiben, sondern auch nach Lösungen suchen“, sagt die Vorsitzende der Frauenunion, Widmann-Mauz. „Hier sind rechtswissenschaftlich fundierte Modelle gefragt. Was alles nicht geht, habe ich jetzt lange genug gehört.“

          Die schleswig-holsteinische CDU beschloss am Wochenende, künftig in den Parlamenten zur Hälfte mit Frauen vertreten zu sein. „Wir glauben, dass wir das auf freiwilliger Basis hinbekommen“, sagte Parteivorsitzender Daniel Günther. Eine verbindliche Quote soll es nicht geben.

          Weitere Themen

          Sorge vor Eskalationsspirale in Nahost

          F.A.Z. Frühdenker : Sorge vor Eskalationsspirale in Nahost

          Nach Raketenangriffen auf Jerusalem bombardiert Israel den Gazastreifen. In Deutschland verzeichnet die Polizei mehr Opfer häuslicher Gewalt. Und Jens Spahn warnt vor Übermut in der Corona-Krise. Der F.A.Z.-Newsletter für Deutschland.

          Kretschmann für dritte Amtszeit wiedergewählt Video-Seite öffnen

          Baden-Württemberg : Kretschmann für dritte Amtszeit wiedergewählt

          Der baden-württembergische Landtag hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann für eine dritte Amtszeit wiedergewählt. Kretschmanns Grüne hatten sich nach der Wahl am 14. März gegen eine Ampel-Koalition und für eine Fortsetzung des Bündnisses mit der CDU entschieden.

          Wann ist die beste Zeit für Dosis zwei?

          AstraZeneca-Impfung : Wann ist die beste Zeit für Dosis zwei?

          Fachleute sind vorsichtiger, als es der Politik lieb ist: Sie raten weiterhin dazu, mit der zweiten Dosis des Vakzins von AstraZeneca zwölf Wochen zu warten. Nicht nur, weil das die Wirksamkeit erhöht.

          Topmeldungen

          Auf der Veddel hat es während der Pandemie viele große Corona-Ausbrüche gegeben.

          Armut und Corona : Ein Leben, das krank macht

          Dass Armut und Krankheit zusammenhängen, hat die Corona-Pandemie eindrucksvoll gezeigt. Eine Poliklinik verfolgt jetzt ein neues Konzept: Ein Besuch auf der „Veddel“, einem der ärmsten Viertel Hamburgs.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.