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Herausforderungen für Kommunen : Weshalb es nun auf die regionalen Pandemie-Pläne ankommt

Mund auf: Der Bürgermeister von Kupferzell lässt sich testen. Bild: AFP

Jetzt kommt es auf die Kreise und Kommunen an, um lokale Corona-Hotspots einzugrenzen. Aber nicht jeder Pandemieplan ist auf dem aktuellen Stand. Zumindest für eine zweite Welle will man gewappnet sein.

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          Die Lutherstadt Wittenberg ist berühmt, aber auf dem Papier eben auch eine mittelgroße Stadt mit rund 47.000 Einwohnern, wie es viele in Deutschland gibt. Die Corona-Pandemie ging an der Stadt in Sachsen-Anhalt nicht spurlos vorbei, aber verschonte sie doch weitestgehend, wie viele Gebiete im Osten Deutschlands. Trotzdem hat man sich für den absoluten Ernstfall gewappnet. Seit wenigen Wochen verfügt die Stadt über einen eigenen Pandemie-Plan, um bei künftigen Corona-Wellen und anderen Pandemien eine Handhabe zu haben. Oberbürgermeister Torsten Zugehör hatte Anfang April mitgeteilt, dass die Verwaltung einen solchen Plan erarbeite. Rund 50 Seiten stark ist er nun. Wittenberg will Vorreiter sein.

          Mona Jaeger

          Redakteurin in der Politik.

          Zugehör sagte damals, er gehe davon aus, dass es in absehbarer Zeit für Kommunen sowieso zur Pflicht werden würde, einen solchen Plan aufzustellen. Bislang haben der Bund und die Länder eigene Pandemie-Pläne, außerdem müssen die Landkreise und die kreisfreien Städte über einen verfügen. Zwar konnte auch der beste Pandemie-Plan die Besonderheiten des Coronavirus nicht vorhersehen, etwa, wie wichtig das Verfolgen von Infektionsketten ist. Doch schlummerten die Pläne vielerorts seit Jahren in irgendwelchen Schubladen, ohne dass sie regelmäßig angeschaut oder gar aktualisiert worden wären. Jetzt, in der Lockerungs-Phase, kommt es besonders auf das Krisenmanagement der Kreise und Kommunen an. Es ist mit regionalen und lokalen Ausbruchsherden zu rechnen, auf die schnell vor Ort reagiert werden muss – um Menschenleben zu retten, und um eine Rücknahme der Lockerungen zu verhindern.

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