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Wer wird neuer AfD-Chef? : Gauland und die Operation Chrupalla

Sie nennen ihn „den Alten“: Gauland bei einer Wahlkampfveranstaltung in Thüringen im September. Bild: Marina Pepaj

Alexander Gauland wollte nie AfD-Vorsitzender werden. Er kandidierte vor zwei Jahren, um eine Katastrophe zu verhindern. Jetzt hat er Probleme, das Amt wieder loszuwerden. Den Grund dafür hat er sich selbst eingebrockt.

          8 Min.

          Über Alexander Gauland reden AfD-Politiker wie über ihren Großvater. Sie nennen ihn „den Alten“, was mit seinem Lebensalter zu tun hat, aber auch mit seiner Erfahrung. Als Gauland in Hessen für Ministerpräsident Walter Wallmann von der CDU die Staatskanzlei führte, saß sein Ko-Vorsitzender Jörg Meuthen noch als junger Student in Münster und büffelte Makroökonomie. Das thüringische Enfant terrible Björn Höcke besuchte brav das Gymnasium in Neuwied, und die kleine Alice Weidel aus Gütersloh ging in die zweite Klasse. Auch Gauland hat mit seinen 78 Jahren ein Kosewort für seine Mitstreiter, er sagt manchmal „Kinners“, also Kinder, wenn er das Gefühl hat, dass sie ihm etwas zumuten.

          Justus Bender

          Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Gerade ist wieder so eine Zeit. Der Alte hat einen Plan, und die Kinners machen, was sie wollen.

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