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AfD-Fraktion Brandenburg : Auf Kalbitz-Kurs

  • -Aktualisiert am

Will Andreas Kalbitz beerben: Der Brandenburger AfD-Abgeordnete Hans-Christoph Berndt Bild: dpa

Mit der Wahl eines Nachfolgers für den aus der Partei ausgeschlossenen Rechtsextremisten Kalbitz könnte die AfD-Fraktion in Brandenburg ein Zeichen der Umkehr setzen. Doch das ist unwahrscheinlich.

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          Gibt es überhaupt gemäßigte Köpfe in der Brandenburger AfD und ihrer kopflosen Landtagsfraktion? Oder folgt auf den Rechtsextremisten Andreas Kalbitz an der Spitze der AfD-Landtagstruppe der nächste Vertreter des völkischen „Flügels“, der trotz offizieller Selbstauflösung informell ja munter weiterlebt? Es sieht so aus. Nach dem womöglich dauerhaften Abgang ihres bisherigen Vorsitzenden und aus der AfD ausgeschlossenen „Vordenkers“ will ihn nun offenbar ein gleichgesinnter Abgeordneter beerben.

          Der an der Berliner Charité lange als geachteter Labormediziner tätige Hans-Christoph Berndt verfügt zumindest über einen bürgerlichen Hintergrund – anders als der von seinem Mentor Gauland trotz lupenreiner rechtsextremer Vita und einem körperlich robusten Umgang mit missliebigen Parteikameraden immer noch als honorig eingestufte Kalbitz. Doch Berndt hat mit einer rasanten Selbstradikalisierung schnell aufgeholt. Als Vorsitzender des vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften Vereins „Zukunft Heimat“ hat der rhetorisch gewandte „Pegida“-Gast etliche von Hetze geprägte Kundgebungen gegen Flüchtlinge in Brandenburg organisiert. Und bei den Corona-Demos ist Berndt mit Verschwörungsthesen und Diktatur-Vergleichen ganz vorne mit dabei. Die sich jetzt bietende Chance einer Deradikalisierung würde die AfD-Fraktion mit einer Wahl Berndts ausschlagen. Aber das wäre nichts Neues.

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