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Krankenversicherung : Durch das Netz gefallen

  • -Aktualisiert am

Medizinartikel in der Praxis des Vereins A+G Armut und Gesundheit in Deutschland e.V. in Mainz. Bild: Frank Röth

Das deutsche Sozialsystem gilt als engmaschig. Und doch gibt es sie, die Nicht-Krankenversicherten in Deutschland. Unter ihnen sind nicht nur Obdachlose und Drogenabhängige – viele kommen aus der Mitte der Gesellschaft.

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          Vor drei Jahren bricht Norbert W. zusammen. Der Krankenwagen kommt schnell. Er bringt den 62 Jahre alten W. in ein Krankenhaus. Diagnose: Schlaganfall. Zwei Tage später besucht ihn seine Nichte in der Klinik. Norbert W. ist gesundheitlich nicht dazu in der Lage zu beantworten, ob er krankenversichert ist. Da er keine Kinder hat und ledig ist, übernimmt seine Nichte die Betreuung für ihn. Sie sucht in seiner Wohnung nach den Unterlagen über einen Versicherungsschutz. Sie findet ein paar ältere Schreiben und kontaktiert die Krankenversicherung. Diese antwortet: „Der Versicherungsschutz wurde zum 1. Dezember 2006 aufgehoben.“

          Eigentlich dürfte das Schicksal von Norbert W. so überhaupt nicht existieren. Das deutsche Sozialsystem gilt als engmaschig. „Für jeden, der in Deutschland einen Wohnsitz hat, gibt es seit dem 1. Januar 2009 die allgemeine Krankenversicherungspflicht“, sagt der Versicherungskaufmann Denis Klefenz. Generell wird derjenige, der nicht versichert ist, bei Wiedereintritt dem Versicherungsmodell zugeordnet, bei dem er zuletzt krankenversichert war. Der ehemals Privatversicherte muss also zurück in die private und der gesetzlich Versicherte zurück in die gesetzliche Krankenversicherung. Ablehnen dürfen diese den Vertragsschluss nicht.

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