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Vom Heim zum Sozialamt : Wenn die Rente nicht reicht

Corona-Schnelltest in einem Seniorenheim in Tübingen (Symbolbild) Bild: dpa

Viele Rentner können sich einen Platz im Pflegeheim gerade eben so leisten. Aber die Kosten der Betreuung steigen von Jahr zu Jahr. Die Rente kommt damit nicht mehr mit.

          8 Min.

          Als Hans-Peter Schwider seine Mutter vor anderthalb Jahren in einem Pflegeheim in Elmshorn unterbrachte, schien die Sache klar. Die Rente der älteren Dame war höher als ihr Eigenanteil, der nach Abzug der Leistungen der Pflegeversicherung übrig blieb. Schwider ist ein ordentlicher Mensch, er hat die entsprechenden Unterlagen zur Hand. Und er ist der gesetzliche Betreuer seiner dementen Mutter. Damals, im Juli des vergangenen Jahres, lag der Eigenanteil für den Platz im Pflegeheim bei 1654 Euro im Monat. Die Rente der Mutter betrug 1856 Euro. Schwider sagt: „Wir hatten also etwa 200 Euro Luft, das war völlig okay.“

          Kim Björn Becker

          Redakteur in der Politik.

          Inzwischen ist nichts mehr okay. Die ältere Dame war gerade einmal einen Monat im Heim, da bekam Schwider Post. Heimbetreiber und Pflegekassen verhandeln regelmäßig über die Kosten der Versorgung, gerade war es wieder einmal so weit. Das Heim hat mit Zustimmung der Kassen die Preise erhöht, der neue Eigenanteil der Mutter liegt demnach bei 1942 Euro. Die finanzielle „Luft“, die der 62 Jahre alte Beamte bei der Unterbringung einkalkuliert hat, ist einem Vakuum gewichen.

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