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Weltweite Razzia : Den Sumpf trockenlegen

In Australien beschlagnahmtes Rauschgift Bild: Reuters

Die kontrollierte Abgabe von Cannabis ist kein Tabu mehr. Das ändert nichts daran, dass internationalen Verbrechersyndikaten ein Ende bereitet werden muss.

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          Die Zahlen sind beeindruckend und sollen es auch sein, die Methoden sind es nicht minder. Nach jahrelangen Ermittlungen und Vorbereitungen gegen vernetzte Rauschgiftkriminelle haben die Behörden vieler Staaten und mehrerer Kontinente vereint und gezielt zugeschlagen.

          Bemerkenswert ist vor allem das Knacken von geheimer Kommunikation als Schlüssel des Fahndungserfolgs. Und nicht gering zu schätzen ist auch die internationale Zusammenarbeit, die auf vielen Feldern wie der Bekämpfung (unpolitischer) Kriminalität gut funktioniert, aber keine Selbstverständlichkeit ist.

          Man kann nur hoffen, dass dieser Fahndungserfolg nachhaltig ist. Man sollte aber nicht glauben, dass der Sumpf der Rauschgiftkriminalität nur durch Repression allein, durch Durchsuchungen, Beschlagnahmen und Verhaftungen sowie martialische Bilder davon trockengelegt werden kann.

          Kein ewiges Hase-und-Igel-Rennen

          Der Markt ist riesig, die Nachfrage groß. Zahlreiche Staaten sind im Lauf der Zeit dazu übergegangen, sogenannte weiche Drogen zu legalisieren. Auch das ist mit Gefahren verbunden; schließlich ist auch Cannabis nicht ungefährlich. Wenn aber durch Verfolgung und Bestrafung nur bescheidene Erfolge bei großem Aufwand zu erzielen sind, muss über ergänzende, neue Wege nachgedacht werden.

          Auch in Deutschland gibt es Bewegung in der Debatte über eine neue Ausrichtung der Rauschgiftpolitik. Die kontrollierte Abgabe von Cannabis ist kein Tabu mehr. Das ändert nichts daran, dass dem Treiben internationaler Verbrechersyndikate, bewaffneter Motorradgangs und Mafiagruppen, die mit dem Leben von Menschen spielen und gegen die sich jetzt auch die weltweite Razzia richtete, ein Ende bereitet werden muss.

          Dieser Kampf darf aber kein ewiges Hase-und-Igel-Rennen sein, sondern muss ebenso hart wie innovativ geführt werden – im Sinne von Freiheit und Verantwortung, einer wirksamen Kriminalitätsbekämpfung und des Schutzes der Gesundheit vor allem junger Leute.

          Reinhard Müller
          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

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