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LGBT-Rechte : Homosexualität in zahlreichen Ländern unter Strafe gestellt

  • Aktualisiert am

Ein LGBT-Aktivist schwingt eine Regenbogen-Flagge – das Symbol der Lesben- und Schwulenbewegung. Bild: Reuters

Mindestens 37 Staaten bestrafen Homosexualität, zum Teil sogar mit der Todesstrafe, berichtet die Bundesregierung nach einer Anfrage der Grünen. Die fordern von Deutschland mehr Engagement für die Rechte sexueller Minderheiten weltweit.

          Homosexuellen droht nach Erkenntnissen der Bundesregierung in mindestens 37 Ländern die strafrechtliche Verfolgung durch Justizbehörden. In einigen Ländern kann für gleichgeschlechtliche Handlungen sogar die Todesstrafe verhängt werden, heißt es in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion, die der Nachrichtenagentur AFP am Montag vorlag.

          Trotz „großer Fortschritte“ in einigen Weltgegenden sei die Diskriminierung von Homo-, Bi-, Trans- und Intersexuellen „in allen Lebensbereichen in vielen Ländern der Welt weit verbreitet“, heißt es in der Regierungsantwort. „Beeindruckende Erfolge“ seien in den vergangenen Jahren etwa in Lateinamerika, Indien und auf dem westlichen Balkan verzeichnet worden. Indien hatte erst im September letzten Jahres entschieden, dass homosexuelle Handlungen nicht mehr strafbar sind. 

          Besonders harte Strafen drohen den Betroffenen hingegen in Iran, Mauretanien, Saudi-Arabien, Sudan, den Vereinigten Arabischen Emiraten und im Jemen. Dort könne für gleichgeschlechtliche Handlungen die Todesstrafe verhängt werden. Erst vor wenigen Wochen hatte das Sultanat Brunei für Kritik gesorgt, als es ebenfalls die Todesstrafe für Homosexualität einführte.

          Die Bundesregierung verweist in ihrer Antwort darauf, dass in einigen Staaten – wie etwa Ägypten und Pakistan – Homosexualität zwar nicht explizit strafbar sei. Dort bestünden aber vage Straftatbestände wie „unzüchtige Handlungen“, „Taten gegen die Natur“ oder „widernatürliche Akte“, die auch gegen Homosexuelle angewandt werden könnten. Über die Antwort der Bundesregierung hatten zuerst die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichtet.

          Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Kai Gehring forderte die Bundesregierung auf, sich weltweit stärker für die Rechte sexueller Minderheiten einzusetzen. Dabei müsse Deutschland die „große Chance“ nutzen, die mit der derzeitigen deutschen Mitgliedschaft im UN-Sicherheitsrat verbunden sei. „Deutschland muss Vorreiter für den Schutz sexueller Minderheiten weltweit werden“, forderte Gehring. Bislang reichten die diesbezüglichen Aktivitäten noch nicht aus.

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