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Weltkindertag : „Entschiedene Schritte gegen Armut“

  • Aktualisiert am

Müntefering will arme Kinder mit kostenfreiem Essen und niedrigeren Kitagebühren unterstützen Bild: dpa

Vizekanzler Müntefering fordert ein Umdenken im Kampf gegen Kinderarmut. In der Familienpolitik sollte mehr auf Sachleistungen und weniger auf Geldzahlungen gesetzt werden.

          Vizekanzler Franz Müntefering (SPD) hat zum Weltkindertag an diesem Donnerstag ein Umdenken bei der Bekämpfung von Kinderarmut gefordert. In einem Beitrag für die „Frankfurter Rundschau“ macht sich Müntefering dafür stark, in der Familienpolitik mehr auf Sachleistungen und weniger auf Geldzahlungen zu setzen.

          „Armut von Kindern macht sich nicht nur an den Zahlbeträgen von Sozialhilfe und Arbeitslosengeld II fest“, schreibt der Arbeitsminister. Kinder könnten auch deshalb arm sein, weil sie aus Kostengründen keine Krippe oder keine Kindertagesstätte besuchen könnten, weil sie schlecht ernährt seien oder weil ihnen Schulbücher fehlten. Möglicherweise könne ihnen der Staat am besten mit einem gebührenfreien Essen, mit niedrigeren Kitagebühren oder einer speziellen Unterstützung bei der Einschulung helfen.

          „Entschiedene Schritte gegen Armut“

          Müntefering schreibt, „wir denken von der Interessenlage der Kinder her und prüfen deshalb auch, ob im Bereich solcher konkreten Hilfe die tatsächliche Armut der Kinder nicht besser als mit reinen Zahlbeträgen für die Familien reduziert werden kann.“

          „Armut von Kindern macht sich nicht nur an den Zahlbeträgen von Sozialhilfe und Arbeitslosengeld II fest”

          Auch insgesamt will Müntefering den Kampf gegen Armut in der zweiten Hälfte der großen Koalition in der Mittelpunkt der Regierungsarbeit stellen. Nachdem wichtige Ziele wie mehr Wachstum und weniger Schulden erreicht worden seien, müssten „jetzt entschiedene Schritte gegen Armut getan werden“.

          Dafür legte der Arbeitsminister ein Vier-Punkte-Programm vor. Dazu gehören die Schaffung von mehr und fair bezahlter Arbeit, die Erhöhung von Sozialhilfe und Arbeitslosengeld II sowie ein Erwerbstätigenzuschuss mit Kinderzuschlag, um Vollzeitbeschäftigte mit niedrigen Löhnen vor Hilfebedürftigkeit zu bewahren. Der vierte Punkt sind die Sachhilfen gegen Kinderarmut. (Siehe auch Was dem Staat die Kinder wert sind)

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