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Chinesisch im Bundestag : Ni hao heißt Hallo, und dann?

  • -Aktualisiert am

Wer der abgebildeten Abgeordneten wohl chinesisch spricht? Bild: AFP

China wird immer wichtiger in der Wirtschaft und Politik. Aber spricht im Bundestag überhaupt jemand Chinesisch? Nur ein Mitglied der AfD-Fraktion.

          4 Min.

          Alle reden über China. Auch die Abgeordneten im Bundestag. Sie wollen China verstehen und von China verstanden werden. Denn dort fallen längst keine Reissäcke mehr um. Es sei denn, sie purzeln übereinander, weil da, wo eben noch ein Reissacklager stand, die nächste Millionenstadt aus dem Boden schießt. China ist für Deutschland der wichtigste Handelspartner überhaupt und Deutschland für China immerhin der wichtigste in Europa. Damit das so bleibt, können Politiker vor allem eines tun: reden. Besonderen Eindruck macht es dabei, die Sprache der Partner zu sprechen. In diesem Fall Chinesisch. So wie der Chef von Facebook, Mark Zuckerberg. Der demonstriert seine Mandarin-Kenntnisse mal bei einer Neujahrsbotschaft an die Chinesen, mal bei Auftritten in ihrem Land. Welcher deutsche Abgeordnete kann da mithalten?

          Nicht viele. Ratlosigkeit in den Pressestellen der sechs Bundestagsfraktionen. Niemandem fällt auf Anhieb ein Name ein. Alle wollen sich umhören. Wenig später Absagen aus drei Fraktionen: Grüne, SPD und Linke haben keinen Bundestagsabgeordneten in ihren Reihen gefunden, der Mandarin spricht oder gerade lernt. Bleiben noch Union, FDP und AfD. Die Union schickt per Mail eine Liste ihrer Abgeordneten in der Deutsch-Chinesischen Parlamentariergruppe. Die könne man ja abtelefonieren. Wenn es jemanden in der Fraktion gebe, der Chinesisch spreche, dann am wahrscheinlichsten dort.

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