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Weitere Legislaturperiode? : Führende CDU-Politiker wollen Merkel auch 2017 als Kanzlerkandidatin

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Ein Selfie mit der Kanzlerin: Merkel beim Tag der offenen Tür der Bundesregierung Bild: dpa

Bisher hatten CDU-Führungspolitiker es vermieden, Merkel mit öffentlichen Erklärungen zu bedrängen. Jetzt sprechen sich Bouffier, Laschet und Kramp-Karrenbauer in der F.A.Z. deutlich für eine weitere Legislaturperiode aus. Auch die Bundeskanzlerin selbst hat sich geäußert.

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          Angesichts von Ungewissheiten und Spekulationen über die Zukunft von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) haben sich führende CDU-Politiker gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung dafür ausgesprochen, dass Merkel bei der Bundestagswahl 2017 wieder antreten möge. Merkel selbst verzichtete am Sonntag auf eine Festlegung. Im ARD-Fernsehen sagte Merkel, sie werde über ihre Kanzlerkandidatur „zum gegebenen Zeitpunkt Bericht erstatten“. Sie vermied es auch, sich darauf festzulegen, ob sie beim CDU-Parteitag im Dezember wieder als Parteivorsitzende antreten werde.

          Bisher hatten CDU-Führungspolitiker es vermieden, Merkel mit öffentlichen Erklärungen zu bedrängen oder festzulegen – darunter der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder. Nun sagte der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier der F.A.Z.: „Ich halte es für richtig, dass Angela Merkel wieder als Kanzlerkandidatin antritt.“

          „Hort der Stabilität in Europa“

          Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer sagte: „Ich bin für eine weitere Legislaturperiode, weil Angela Merkel die Richtige ist.“ Der nordrhein-westfälische CDU-Vorsitzende Armin Laschet sagte, Merkel führe das Land „mit Besonnenheit und klarem Kurs“ durch eine Zeit voller Krisen. „Deutschland ist heute wirtschaftlich und politisch der Hort der Stabilität in Europa. Damit dies so bleibt, sollte Angela Merkel auch nach 2017 Bundeskanzlerin sein“, sagte Laschet. Volker Bouffier und Armin Laschet sind auch stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende.

          Einen passenden Zeitpunkt einer Verkündung der Entscheidung Merkels wollte aber keiner der Politiker vorgeben. Merkel habe noch bei jeder Kanzlerkandidatur den richtigen Zeitpunkt selbst gefunden, sagte Kramp-Karrenbauer. „Das wird sie jetzt auch tun.“ Eine Meldung der Zeitschrift „Der Spiegel“ über Merkels Planungen wurde von Kennern aus der Union als „frei erfunden“ bezeichnet. Demnach soll Merkel ursprünglich geplant haben, sich schon im vergangenen Frühjahr zu erklären. Wegen der Flüchtlingskrise und des Streites mit dem CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer habe sie das verschoben. Merkel versicherte am Sonntag, sie habe nie einen solchen Termin genannt.

          Kritik kam aus der SPD. Der hessische SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel sagte der F.A.Z.: „Natürlich wüssten die Menschen gerne bald, ob die Kanzlerin noch die Kraft für eine neuerliche Kandidatur besitzt, oder ob sie der Dauerstreit mit ihrem Beinahe-Parteifreund Horst Seehofer inzwischen mürbe gemacht hat. Aber wann und wie sie sich dazu erklärt, muss Angela Merkel selbst entscheiden.“

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