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Weihnachtsansprache : Gauck fordert engagierte Bürger

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In seiner ersten Weihnachtsansprache als Bundespräsident hat Joachim Gauck die Menschen in Deutschland zu einem solidarischen Miteinander aufgerufen. Bild: reuters

In seiner ersten Weihnachtsansprache hat Bundespräsident Joachim Gauck die Deutschen an Heiligabend zu bürgerschaftlichem Engagement aufgerufen. „Wir wollen ein solidarisches Land“, sagte er. „Verfolgten wollen wir mit offenem Herzen Asyl gewähren.“

          Bundespräsident Joachim Gauck hat die Deutschen zu bürgerschaftlichem Engagement aufgerufen. In seiner ersten Weihnachtsansprache als Staatsoberhaupt sagte er, angesichts vielfältiger Verunsicherungen in der Gesellschaft „brauchen wir nicht nur tatkräftige Politiker, sondern auch engagierte Bürger“. Gauck beschrieb die im europäischen Vergleich gute Lage Deutschlands in der Schuldenkrise: „Deutschland hat die Krise bisher gut gemeistert“, sagte der Bundespräsident, verglichen mit anderen gehe es den meisten „wirtschaftlich gut, ja sogar sehr gut“.

          Zudem sei Deutschland politisch stabil, radikale Parteien hätten nicht davon profitiert, dass ein Teil der Menschen verunsichert sei. „Sie sind verunsichert angesichts eines Lebens, das schneller, unübersichtlicher, instabiler geworden ist. Die Schere zwischen Arm und Reich geht auseinander, der Klimawandel erfordert ebenso neue Antworten wie eine alternde Gesellschaft“, sagte Gauck. Sorge bereitet den Deutschen auch die Gewalt: in U-Bahnhöfen oder auf Straßen, wo Menschen auch deshalb angegriffen werden, weil sie schwarze Haare und eine dunkle Haut haben.

          Gauck: Beeindruckt von deutschen Soldaten in Afghanistan

          Der Bundespräsident erinnerte daran, dass er erst jüngst die deutschen Soldaten in Afghanistan besucht habe. Es habe ihn beeindruckt, wie deutsche Soldatinnen und Soldaten unter Einsatz ihres Lebens Terror verhinderten und die Zivilbevölkerung schützten. Ihnen und auch den zivilen Helfern gelte sein Dank. Die Reise habe ihm auch vor Augen geführt, wie kostbar der Frieden sei, der seit über 60 Jahren in Europa herrscht. Gesichert habe ihn die europäische Idee. „Zu Recht hat die Europäische Union den Friedensnobelpreis erhalten“, sagte Gauck, „jetzt aber ist die Frage: Wird unser politischer Wille zusammenhalten können, was ökonomisch und kulturell so unterschiedlich ist?“

          Plädiert für eine solidarische Gemeinschaft: Bundespräsident Joachim Gauck

          Der frühere evangelische Pastor Gauck sagte, Weihnachten sei für Christen das Versprechen Gottes, „dass wir Menschen aufgehoben sind in seiner Liebe“. Aber auch für Muslime, Juden, Menschen anderen Glaubens und Atheisten sei es ein Fest des Innehaltens, ein Fest der Verwandten und Wahlverwandten. „Wer keine Zuwendung erfährt und keine schenkt, kann nicht wachsen, nicht blühen“, sagte Gauck. Übersetzt in die Sprache der Politik heiße dies: Solidarität. „Wir wollen ein solidarisches Land“, sagte Gauck, „ein Land, das den Jungen Wege in ein gutes Leben eröffnet und den Alten Raum in unserer Mitte belässt. Ein Land, das jene, die seit Generationen hier leben, mit jenen verbindet, die sich erst vor kurzem hier beheimatet haben“.

          Weiter sagte er, zwar werde Deutschland nie alle Menschen aufnehmen können, die kommen. „Aber: Verfolgten wollen wir mit offenem Herzen Asyl gewähren und wohlwollend Zuwanderern begegnen, die unser Land braucht.“

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