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Parteitag in Dresden : Weidel tritt nicht als AfD-Spitzenkandidatin an

Die Ko-Fraktionsvorsitzende der AfD im Bundestag, Alice Weidel, im Februar Bild: dpa

Die stellvertretende Bundesvorsitzende Alice Weidel schuf vor dem Parteitag der AfD Fakten. Sie teilte mit, dass sie für eine Spitzenkandidatur nicht zur Verfügung stehe.

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          Die stellvertretende Bundesvorsitzende der AfD, Alice Weidel, tritt nicht für eine Spitzenkandidatur an. Falls der Bundesparteitag an diesem Samstag in Dresden ein Spitzenduo wählen werde, stehe sie nicht zur Verfügung, teilte Weidel am Samstagmorgen in einer Erklärung eine halbe Stunde vor Beginn des Parteitags mit. Die 42 Jahre alte Volkswirtin, die auch Ko-Fraktionsvorsitzende im Bundestag ist, nannte als Grund für ihren Verzicht das umstrittene Verfahren zur Wahl der Spitzenkandidaten.

          Markus Wehner
          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Der Bundesvorstand der AfD hatte eine Umfrage initiiert, in der sich die Mitglieder für einen Basisentscheid über die Spitzenkandidatur ausgesprochen hatten. Zugleich haben aber insgesamt sieben Landesverbände der AfD, darunter die fünf ostdeutschen, den Parteitag in Anträgen aufgefordert, in Dresden einen oder zwei Spitzenkandidaten zu wählen.

          „Es ist die sehr unglückliche Situation eingetreten, dass in der Frage der Spitzenkandidatur für die Bundestagswahl zwei unterschiedliche Verfahren gegeneinander gesteuert wurden“ teilte Weidel mit. Zum einen sei der Bundesparteitag als höchstes Beschlussgremium gefragt, über die Kandidatur zu entscheiden, zum anderen sei im Vorfeld durch die Mehrheit des Bundesvorstandes eine Mitgliederbefragung initiiert worden, deren Ergebnis nicht ignoriert werden könne.„Dieser widrige Umstand hat mich zum Entschluss gebracht auf diesem Parteitag nicht für die Spitzenkandidatur zur Verfügung zu stehen“, äußerte Weidel in ihrer Erklärung.

          Dämpfer für Weidel nach Landtagswahl

          Die Gründe könnten aber auch darin liegen, dass Weidel eine Niederlage bei einer Wahl fürchtet. Das schlechte Abschneiden der AfD bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg hatte ihren Ambitionen einen Dämpfer versetzt, zudem hängt ihr eine Spendenaffäre mit Geldern aus der Schweiz nach.

          Die promovierte Volkswirtin unterhält enge Kontakte zum ehemaligen rechtsnationalen „Flügel“ und ist eine entschiedene Gegnerin von Ko-Parteichef Jörg Meuthen. Er hatte die hessische Bundestagsabgeordnete Joana Cotar für eine Bewerbung gewinnen können, die sich eine gemeinsame Spitzenkandidatur mit dem anderen Parteivorsitzenden Tino Chrupalla aus Sachsen vorstellen kann. 

          Die Wahrscheinlichkeit, dass Weidel gegen Cotar verlieren würde, galten in der AfD als hoch. Zudem ist unklar, ob Weidel bei der noch nicht erfolgten Aufstellung der baden-württembergischen Landesliste zur Bundestagswahl überhaupt vorne landen würde. Andernfalls wäre eine Spitzenkandidatur im Bund kaum zu rechtfertigen. Weidel hatte 2017 zusammen mit Alexander Gauland den Wahlkampf angeführt.

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