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Wehrdienst : De Maizière begrüßt erste Freiwillige

Bild: reuters

Die ersten Freiwilligen in der Pflicht: Verteidigungsminister de Maizière begrüßt in der Berliner Julius-Leber-Kaserne die ersten freiwilligen Wehrdienstleistenden - fast 14.000 haben sich für dieses Jahr bereits gemeldet.

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          Zu einem Handschlag für die ersten freiwilligen Wehrdienstleistenden im Wachbataillon hat sich Verteidigungsminister Thomas de Maizière am Montag in der Berliner Julius-Leber-Kaserne aufgebaut. „Guten Tag“, „Wo kommen Sie her?“, „Was haben Sie gelernt?“ - die erwartbaren Fragen eines Chefs. Etwas überraschter erscheint einer der 158 jungen Männer - eine Frau hat sich bislang hier nicht gemeldet -, die nun in die 4. Kompanie eingegliedert werden, über die Frage: „Warum kommen Sie zu uns?“

          Stephan Löwenstein

          Politischer Korrespondent mit Sitz in Wien.

          Eine Vorstellung davon, was die Bundeswehr von ihnen erwartet, scheinen die Freiwilligen zu haben. Zum Friseur muss der Spieß keinen von ihnen schicken. „Ich wollte etwas machen, wo ich das Gefühl habe, etwas wertvolleres zu machen als in einem anderen Beruf“, sagt einer. Er wolle nach seinem Abitur „etwas Abstand gewinnen“, sagt ein anderer.

          „Wir. Dienen. Deutschland“

          So lautet das neue Motto der Bundeswehr. Früher lautete der Slogan: „Eine starke Truppe“. Das „Wir“ soll stehen für die Gesamtheit der Deutschen, die in der Truppe auch künftig repräsentiert sein soll. Das Wort soll zudem stehen für die Kameradschaft in der Truppe. Das „Dienen“, erläutert der Minister, beziehe sich auf den tapferen Einsatz für die „gute Sache“ - notfalls unter Einsatz des eigenen Lebens. Die Chiffre „Deutschland“ meine diese zu verteidigende gute Sache: Grundgesetz, Sicherheit, Freiheit. De Maizière nennt aber auch die Eigenschaften: „bunt und vielfältig“, „innovativ, stark und frei“ sowie „wohlhabend und geachtet“.

          Ob der Übergang von einer Wehrpflicht zur Freiwilligenarmee gelungen sei, werde man erst in vier oder fünf Jahren abschätzen können, vermutet der Minister. Jetzt seien die Zahlen an freiwilligen Bewerbern „sehr gut,“ fast 14.000 haben sich für dieses Jahr bereits gemeldet, auch das Soll an längerdienenden Zeitsoldaten sei übertroffen worden: 97 Prozent der Offizieranwärter und 77 Prozent der künftigen Unteroffiziere seien schon jetzt verpflichtet. Allerdings konnte man dieses Mal noch unter den letzten Wehrpflichtigen rekrutieren und hat bei den Abiturienten eventuell davon profitiert, dass es wegen der Schulzeitverkürzungen derzeit doppelte Absolventenjahrgänge gibt.

          Für die Bundeswehrreform ist das Ziel ausgegeben worden, die Streitkräfte effizienter zu machen und mehr Soldaten für Einsätze verfügbar zu haben. Die Zahlen der europäischen Verteidigungsagentur, die laut einem Zeitungsbericht die Bundeswehr als ineffizienteste Armee der Nato identifiziert haben will, hält de Maizière aber für übertrieben. Da würden „Äpfel mit Birnen“ verglichen. Die rund 7000 Bundeswehrsoldaten im Einsatz würden 20 000 bis 30 000 Briten und Franzosen gegenübergestellt, die einsatzbereit seien. Bei Deutschland seien deshalb zumindest noch diejenigen Soldaten dazuzuzählen, die für die Nato Response Force und die EU-Battlegroup gemeldet seien.

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