https://www.faz.net/-gpf-acuxj

Zwei-Jahres-Frist entfällt : Seehofer: Deutschland nimmt mehr Ortskräfte aus Afghanistan auf

  • Aktualisiert am

Auf Ortskräfte angewiesen: Ein Bundeswehrsoldat (l.) und ein afghanischer Dolmetscher (r.) sprechen nahe Kundus im Jahr 2011 mit einem Mann. Bild: dpa

Afghanen, die der Bundeswehr ab 2013 bei ihrem Einsatz in Afghanistan geholfen haben, sollen laut Innenminister Horst Seehofer nach Deutschland einreisen können. Denn ihnen droht erhöhte Gefahr durch die Taliban.

          1 Min.

          Deutschland wird mehr Afghanen aufnehmen als geplant, die der Bundeswehr beim Einsatz in dem Land geholfen haben. Infrage kommen nun alle sogenannten Ortskräfte, die ab 2013 für die Bundeswehr und andere deutsche Sicherheitsorgane bei ihrem Einsatz in Afghanistan gearbeitet haben, wie Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Freitag bestätigte. Zunächst war geplant, dass nur jene gefährdeten Afghanen für eine Übersiedelung nach Deutschland qualifiziert werden, die innerhalb der vergangenen zwei Jahre etwa für die Bundeswehr als Dolmetscher gearbeitet haben. „Die Zwei-Jahres-Frist ist gefallen“, sagte Seehofer nach den Beratungen der Innenminister von Bund und Ländern am Freitag im baden-württembergischen Rust.

          Diesen Schritt begründete Seehofer durch neue Erkenntnisse zur Sicherheitslage in Afghanistan. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) forderte, dass der Bund zumindest die Flugkosten von gefährdeten Ortskräften nach Deutschland übernehme, da viele Menschen sich das Ticket nicht leisten könnten. Seehofer sagte dazu: „Ich kann sie in meinem Haushalt nicht übernehmen.“ Er verwies in dieser Frage an Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD). Über die Entscheidung, die Zahl der Berechtigten auszuweiten, berichtete zuerst der „Spiegel“. Demnach haben bislang rund 400 lokale Helfer und deren Kernfamilie eine Einreiseerlaubnis für Deutschland erhalten.

          Mit ihrer Hilfe für die ausländischen Truppen haben sich die Ortskräfte aus Sicht der radikalislamistischen Taliban mit dem Feind verbündet. Mehrere Menschenrechtsorganisationen haben deshalb von den Nato-Verbündeten in Afghanistan eine sofortige Aufnahme der Ortskräfte gefordert. Es sei klar, dass diese ansonsten ins Visier der Taliban geraten und getötet werden könnten. Die ausländischen Truppen sollen bis spätestens 11. September abgezogen sein. Bei der Bundeswehr läuft der Abzug auf Hochtouren.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Unterschiedliche Sicht: Prinz Harry (links) und Prinz William am 1. Juli bei der Enthüllung eines Denkmals zu Ehren ihrer Mutter, Prinzessin Diana, in London

          Prinz Harrys Autobiographie : Die nächste Spitze

          20 Millionen Dollar soll Prinz Harry für ein Buch angeboten bekommen haben. Die Ankündigung einer „intimen und tief gefühlten“ Autobiografie weckt Befürchtungen über neuen Zwist in der Königsfamilie.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.